Früher lautete ein Eckpfeiler der makroökonomischen Lehre: „Geld drucken“ führt zu Inflation. Doch trotz einer inzwischen jahrelang andauernden „ultralockeren Geldpolitik“ der großen Notenbanken ist noch keine entscheidende Preissteigerung am Horizont zu erkennen. Warum bleibt der altbekannte Effekt aus?
Der anscheinend bestehende Widerspruch zwischen der Geldpolitik der großen Notenbanken seit der Finanzmarktkrise und der Entwicklung der Inflationsraten zählt für viele langjährige Marktteilnehmer zu den großen Paradoxen unserer Zeit. Seit die FED im Dezember 2008 damit begonnen hat, ihre Nullzinspolitik durch den Kauf von Anleihen im großen Stil zu unterstützen ...
Weiterlesen...
Mittwoch, 7. Dezember 2016
Mittwoch, 9. November 2016
Trump gewinnt US-Präsidentschaftswahl. Börsen weltweit im Minus
Gold kann fast +3 % verbuchen.
Was ist von Trump zu erwarten? Wieso haben alle solche Angst vor Trump?
Das Establishment wirkt sehr besorgt über den neuen Präsidenten der USA, Donald Trump. Die selbsternannten Experten gehen von einer Abkühlung des Welthandels aus, da Trump angekündigt hat die Interessen der USA an die erste Stelle zu setzen und den Freihandel zum "Schutz" des US-Arbeitsmarktes einzuschränken.
Auch in Europa muss eine ungemeine Angst im Establishment umgehen - gerade die aufstrebenden Anit-Establishment-Parteien unter Le Pen in Frankreich, Strache in Österreich oder Petry in Deutschland könnten vom Wahlsieg von Trump profitieren.
Es geht also doch anders - das wissen wir nicht erst seit dem Brext. Es könnte nun tatsächlich turbulent werden an den Finanzmärkten und die Situation ist unberechenbar. Davon sollte auf jeden Fall Gold profitieren, dessen Fundamentaldaten aber ohnehin überzeugen.
Die Aktienmärkte haben schon stark korrigiert und es ist zu erwarten, dass sich die Korrektur fortsetzen wird - allein wegen der großen Unsicherheit gegenüber Trumps Politik. Trump steht für einen Wendepunkt in der Politik - es wird vermutlich nicht "Business as usual". Die Unberechenbarkeit könnte zu einem Crash führen - aber auch durch die Feinde die Trump ganz sicher im Establishment hat, könnte sich eine Konfrontation anbahnen.
Außenpolitisch könnte Trump jedoch für eine besänftigende Politik gegenüber dem Iran oder Russland stehen. Die außenpolitischen Beziehungen haben jüngst stark unter der Politik von Obama gelitten und Clinton hatte eine Verschärfung der Sanktionen angekündigt.
Die Sicherheitslage könnte sich durch Trump also eher verbessern und die Sanktionen gegenüber Russland könnten gelockert werden.
Innenpolitisch - gerade in Hinblick auf eine Erholung der Wirtschaft - hat Trump erkannt, dass die Federal Reserve verantwortlich für die "False Economy" ist wie Trump selbst sagte [1]. Trump hat ebenfalls erkannt, dass die Wirtschaft in einer gigantischen Blase steckt und er hatte gehofft, dass sie vor seiner Ernennung zum Präsidenten platzen würde. Nun muss Trump damit umgehen und es ist zu erwarten, dass man ein Platzen der Anleihen- und Schuldenblase Trump in die Schuhe schieben wird um in politisch zu schwächen und so schnell wie möglich durch einen Establishment-Politiker zu ersetzen.
Trump plant weiterhin eine Steuerreform, die Verringerung von Sozialausgaben wie für "Obamacare" und weitere um den Haushalt auszugleichen. Weiterhin sollen Freihandelszonen in Nordamerika neu verhandelt werden. Wie sich dies auswirkt bleibt abzuwarten - ein ausgeglichener Haushalt könnte jedoch zu einer bereinigenden Deflation bzw. einer Rezession führen in der die unrentablen Fehlinvestitionen liquidiert werden und wieder frei für tatsächlich sinnvolle Investitionen werden.
Die aufgeblähten Stromkosten könnten ebenfalls sinken - was positiv für die Wirtschaft wäre - denn Trump hat erkannt, dass CO2-Politik und Klimahysterie keine realen Probleme lösen sollen, sondern ein Herrschaftsmittel der Unterdrückung sind.
Nach der Wahl gilt jedoch nicht immer was vor der Wahl gesagt wurde und ohne Frage steht Trump einem großen Chaos gegenüber. Amerika könnte jederzeit in die Rezession abrutschen - was gesund wäre - aber politisch natürlich verdammt unangenehm. Man kann gespannt sein ob Trump den Willen hat durch die schwere Zeit zu gehen um den "Sumpf" tatsächlich "trocken zu legen" oder sich einlullen lässt und die nötige Säuberung weiter in die Zukunft verschiebt.
Gold und Bitcoin könnten profitieren von der unsicheren Lage.
Mittwoch, 9. November 2016
Montag, 17. Oktober 2016
[Podcast] Steigende Unsicherheit - Chancen nutzen
Steigende Unsicherheit - Chancen nutzen
Die Unsicherheit, die sich aus dem internationalen wirtschaftlichen und politischen Umfeld für Kapitalmarktanleger ergibt, steigt. Zwar sind derzeit keine unmittelbaren und offensichtlichen Rezessionsgefahren für die Weltwirtschaft zu erkennen. Jedoch gibt es eine Vielzahl von Entwicklungen, die die Aussichten für das Wirtschaftswachstum eintrüben und die noch für erhebliche Turbulenzen auf den Finanz- und Rohstoffmärkten sorgen können. Im Folgenden sei auf einige von ihnen hingewiesen.Podcast - Ein Artikel von Prof. Dr. Thorsten Polleit gelesen von Mark Peters.
gesehen auf Goldseiten.de
Montag, 17. Oktober 2016
Freitag, 14. Oktober 2016
Jim Rickards warnt: „Ein starker Dollar erhöht die Gefahr einer schlimmeren Finanzpanik als 2008"
Zwei Monate, nachdem der Dollar sich auf dem Weg nach oben gemacht hat, gibt es zusehends Turbulenzen am Aktienmarkt. Der renomierte US-Autor und Finanzexperte Jim Rickards warnt vor den massiven Folgen, sollte die Entwicklung beim Dollar weitergehen. Der Profi befürchtet, dass das Zusammenlaufen von drei Faktoren, zu einer massiven Krise führen wird.
„Lassen Sie uns spezifische Bedrohungen für Ihr Vermögen analysieren, die sich aus folgenden Risiken ergeben: einem systemischen Kollaps, Blasen (bei Vermögenswerten) und dem Verlust des Vertrauens in die Fähigkeit der Notebenbanken, auf die Krisen zu reagieren“, schrieb Jim Rickards zuletzt.
Jeder Dollar, der neu von der Fed gedruckt worden ist, ist von den weltweiten Märkten auf 20 Dollar an neuen Schulden gehebelt worden.Rickards hat 35 Jahre lang an der Wall Street gearbeitet und ist der Autor von Bestsellern, wie „Currency Wars: The Making of the Next Global Crisis“ (Währungskriege: das Enstehen der nächsten weltweiten Krise), veröffentlicht 2011, „The Death of Money: The Coming Collapse of the International Monetary System“ (Der Tod des Geldes: Der bevorstehende Kollaps des internationalen Geldsystems), veröffentlicht 2014, und „The New Case for Gold (Ein neues Plädoyer für Gold) von 2016.
Systemischer Kollaps
„Die Aussicht auf einen systemischen Kollaps oder wirtschaftliche Instabilität wird von einer weltweiten Dollar-Knappheit geschürt. Das hört sich erst einmal komisch an. Wie kann es eine Dollar-Knappheit geben, wenn die US-Notenbank in den vergangenen acht Jahren Billionen von neuen Dollar gedruckt hat? Die Antwort ist, dass die Dollar-Schulden noch schneller gestiegen sind, als die Dollar gedruckt worden sind.
Jeder Dollar, der neu von der Fed gedruckt worden ist, ist von den weltweiten Märkten auf 20 Dollar an neuen Schulden gehebelt worden.“ Nachdem das Gelddruckprogramm der Fed im Oktober 2014 ausgelaufen sei, gebe es kaum noch frische Dollar. „Aber die Dollar-basierten Schulden wachsen immer noch, im Ölbereich, in den Emerging Markets, und in US-Studienkrediten, Autokrediten, Kreditkarten und anderen Verbindlichkeiten. Ein stärkerer Dollar und Disinflation machen diese Schulden drückender und schwerer rückzahlbar“, schrieb Rickards. Es habe bereits Schockwellen gegeben, die von der Dollar-Knappheit ausgelöst worden seien, wie die kräftige Abwertung des chinesischen Renminbi im August 2015. „Es wird nicht lange dauern, bis ein noch größeres Erdbeben ausgelöst wird. Die Fed könnte dem entgegen steuern, indem sie mehr Geld druckt. Ich erwarte, dass die Fed tatsächlich irgendwann im Jahr 2017 das Gelddruckprogramm QE4 auflegen wird. Aber selbstverständlich verstärkt das nur die Blasen bei Vermögenswerten, die wiederum selbst eine Ursache für systemische Risiken sind.“ Von umso größerer Bedeutung ist daher die weitere Entwicklung des Dollar.
Jeder Dollar, der neu von der Fed gedruckt worden ist, ist von den weltweiten Märkten auf 20 Dollar an neuen Schulden gehebelt worden.“ Nachdem das Gelddruckprogramm der Fed im Oktober 2014 ausgelaufen sei, gebe es kaum noch frische Dollar. „Aber die Dollar-basierten Schulden wachsen immer noch, im Ölbereich, in den Emerging Markets, und in US-Studienkrediten, Autokrediten, Kreditkarten und anderen Verbindlichkeiten. Ein stärkerer Dollar und Disinflation machen diese Schulden drückender und schwerer rückzahlbar“, schrieb Rickards. Es habe bereits Schockwellen gegeben, die von der Dollar-Knappheit ausgelöst worden seien, wie die kräftige Abwertung des chinesischen Renminbi im August 2015. „Es wird nicht lange dauern, bis ein noch größeres Erdbeben ausgelöst wird. Die Fed könnte dem entgegen steuern, indem sie mehr Geld druckt. Ich erwarte, dass die Fed tatsächlich irgendwann im Jahr 2017 das Gelddruckprogramm QE4 auflegen wird. Aber selbstverständlich verstärkt das nur die Blasen bei Vermögenswerten, die wiederum selbst eine Ursache für systemische Risiken sind.“ Von umso größerer Bedeutung ist daher die weitere Entwicklung des Dollar.
Es wird nicht lange dauern, bis ein noch größeres Erdbeben ausgelöst wird.Die Analysten von Goldman Sachs haben zuletzt prognostiziert, dass der Euro innerhalb von sechs Monaten auf 1,04 Dollar je Euro sinken soll – sprich der Dollar soll stärker werden. In zwölf Monaten soll sogar die Parität erreicht werden, also ein Euro nur mehr ein Dollar wert sein.
Blase Bei Vermögenswerten
„Wenn Investoren fragen: „Wo ist denn die Inflation nach all dem Gelddrucken?“ antworte ich: “Schauen Sie nicht auf die Regale im Supermarkt, schauen Sie auf den Aktienmarkt.Es gab zwar nicht viel Inflation bei Verbraucherpreisen, aber eine riesige Inflation bei den Preisen von Vermögenswerten. Das gedruckte Geld muss irgendwohin fließen.“
Die Zinsen für zehnjährige US-Anleihen lägen bei 1,65 Prozent (aktuell 1,75 Prozent). Weil etliche Aktien noch Dividendenrenditen von drei bis fünf Prozent abwerfen würden, würden Finanzexperten argumentieren, dass man diese Aktien soweit nach oben treiben könne, bis die Dividendenrendite näher bei zwei Prozent liege, womit nur ein kleiner Aufschlag gegenüber den Zinsen vorhanden wäre, um für das höhere „Risiko“ der Aktien zu kompensieren. Rickards hält einen derartigen Ansatz für völlig falsch, weil er nicht berücksichtigt, warum die Zinsen auf Talfahrt seien. „Wenn die Zinsen fallen, weil die Deflation den Plan der Fed ruiniert, die Wirtschaft zu reflationieren, ist das ein Grund, weshalb Aktienkurse steigen sollten?“, schrieb Rickards.
Der Einbruch wird heftig sein, möglicherweise 30 Prozent oder mehr innerhalb weniger Monate.Deflation bedeutet einen Rückgang der Verbraucherpreise. Das will die Fed mit allen Mitteln verhindern, weil eine Deflation angeblich dazu führen würde, dass die Unternehmen weniger Einnahmen hätten, weshalb die Wirtschaft geschwächt werden würde. Tatsächlich ist die Deflation aber nur deswegen „gefährlich“, weil bei einer Deflation die Schulden aufgewertet werden, während sie bei einer Inflation entwertet werden. „Wenn die Zinsen eine Rezession andeuten, sollte man dann die Aktienkurse auf extreme Niveaus nach oben treiben, basierend auf der Theorie einer „Parität“ (zwischen der Dividendenrendite und den Zinsen)? Dieses Verhalten widerspricht jedweder Logik und der Wirtschaftsgeschichte, aber genau das erleben wir heutzutage an den Märkten. Irgendwann, eher früher als später, wird die Realität der Unfähigkeit der Notenbanken und der aufziehenden Rezession durchdringen und die Bewertung der Aktien wird kollabieren. Der Einbruch wird heftig sein, möglicherweise 30 Prozent oder mehr innerhalb weniger Monate.“ In dem Falle wolle man nicht übergewichtet sein in Aktien. „Diese Analyse trifft auf mehr als nur Aktien zu. Es trifft auf eine lange Liste riskanter Vermögenswerte zu, einschließlich Häusern, Gewerbeimmobilien, Wertpapiere aus den Emerging Markets, Ramschanleihen und mehr. Wenn es nur einen Crash in einem Markt gibt, wird die Infektion auf alle anderen überspringen.“
Schwindendes Vertrauen In Die Notenbanken
„Schließlich kommen wir zur größten Bedrohung von allen – die Unfähigkeit der Notenbanken mit Krisen umzugehen, und der völlige Verlust des Vertrauens der Investoren in die Wirksamkeit der Geldpolitik der Notenbanken.“ In den vergangenen Jahrzehnten habe es mehrere Liquiditätskrisen gegeben, wie 1998 (ausgelöst durch die Währungskrise in den Emerging Markets, Russland und beim Hedgefonds LTCM), 2008 und 2010 (Griechenland, Zypern und der Peripherie in Europa) „In allen drei Fällen waren das Gelddrucken der Notenbanken, kombiniert mit den Rettungen durch die Länder und den Internationalen Währungsfonds (IWF) ausreichend, um wieder Ruhe herzustellen. Aber diese „Bail-outs“ haben einen hohen Preis. Die Notenbanken haben keinen Raum mehr, um bei der nächsten Krise die Zinsen zu senken oder Geld zu drucken. Die Steuerzahler begehren auf gegen noch mehr Rettungen. Die Regierungen bekommen eine zunehmende Polarisierung zu spüren und es gibt einen politischen Stillstand rund um die Welt“, schrieb Rickards. „Die Welt bewegt sich auf eine Staatsschuldenkrise zu, weil es zu viel Schulden gibt und zu wenig Wachstum… Inflation würde dazu beitragen, den realen Wert der Schulden zu verringern, aber die Notenbanken haben es nicht geschafft, Inflation zu erzeugen. Nun stehen die Notenbanken vor der Aussicht einer Rezession und mehr Deflation, ohne weitere geldpolitische Optionen, um sie zu bekämpfen.“Die Welt bewegt sich auf eine Staatsschuldenkrise zu [...]„Die Auswirkung der Deflation und der starke Dollar haben zu einer weltweiten Knappheit an Liquidität geführt. Weil die privaten Schulden schneller gestiegen sind als die Bilanzsummen der Notenbanken, ist eine Dollar-Knappheit entstanden, weil Schuldner händeringend nach Dollar suchen, um ihre Schulden zurückzuzahlen. Das erhöht die Gefahr einer neuen Liquiditätskrise und einer schlimmeren Finanzpanik als 2008. Anhaltend niedrige Zinsen haben keine Inflation verursacht, sondern Blasen bei Vermögenswerten, die zu platzen und selbst einen Finanzpanik auszulösen drohen – unabhängig von den verschärften Finanzbedingungen. Wenn diese Panik eintritt, (sei es wegen einer Liquiditätsknappheit oder platzender Blasen), werden Investoren kein Vertrauen in die Fähigkeit der Notenbanken haben, die Panik zu beenden.“
Freitag, 14. Oktober 2016
Montag, 25. Juli 2016
Gold, Silber, Aktien, Immobilien: Was jetzt zu tun ist, was später
Von Goldseiten.de
In der vergangenen Woche nahm ich zusammen mit anderen privaten Investoren an mehreren Diskussionen zur Anlagestrategie während der kommenden Jahre teil. Es ging um Gold und Silber, Aktien und Anleihen, Immobilien und Bargeld, Brexit-Folgen und marode italienische Banken. Also um mehr als nur die von den Mainstream-Medien üblicherweise verbreiteten Goldpreis- und Dax-Prognosen. Im Mittelpunkt stand immer wieder die Frage: Ist es jetzt sinnvoller, vorhandene Anlagen einfach durchzuhalten, ohne aktiv zu werden, oder erscheint es opportun, die häufigen Schwankungen an den Börsen zum Trading zu nutzen?
Da es sich um Diskussionen unter privaten Investoren handelte, möchte ich betonen, dass Fondsmanager mit ihrer von Grund auf anders konzipierten Anlagepolitik - rechtliche und sonstige formelle Restriktionen - außen vor blieben. Anders konzipiert, das bedeutet konkret, strengen Vorgaben zu unterliegen. Diesbezüglich verdienen private Investoren im Gegensatz zu Fondsmanagern einen dicken Pluspunkt, weil sie mit ihrem Vermögen schalten und walten können, wie sie wollen. Und um die Frage nach dem Durchhalten kontra Trading zu beantworten: Es kommt darauf an, über welche Anlagen jemand verfügt, welchem Ziel sie dienen und wie viel Zeit einschließlich Know-how zur Verfügung steht, um sie sinnvoll zu managen.
Werden wir nun anhand von Beispielen konkret. Angenommen, da sitzt jemand auf hohen Beständen an physischem Gold und Silber. Dann spricht der im Jahr 2001 begonnene, von 2011 bis 2015 unterbrochene und 2016 wieder aufgenommene Megatrend der Edelmetalle bis auf Weiteres dafür, sie zu behalten. Allerdings ohne zu vergessen, sich in einer Art Trockenübung - beobachten und recherchieren - rechtzeitig auch mit anderen Anlageklassen zu beschäftigen, vorrangig mit Aktien, um nach deren nächstem kräftigeren Kursrückgang rechtzeitig ein Gefühl dafür zu bekommen, welche dann besonders lukrativ zu sein versprechen.
Ich meine hier Aktien außerhalb des Edelmetallsektors und habe mir dazu angewöhnt, schon jetzt die relevanten Daten von mehr als 100 internationalen Aktien laufend zu verfolgen, um auf spätere Schnäppchenkäufe rechtzeitig vorbereitet zu sein.
Bisher ist ein größerer Kursrückgang der gängigen Aktien ausgeblieben. Das liegt im Wesentlichen daran, dass die EZB im Verein mit den anderen großen Notenbanken für viel Geld aus dem Nichts sorgt, also für Liquidität. Sobald sie den Geldhahn zudreht, werden Gewinnmitnahmen der Großanleger einsetzen. Zumal die andere Komponente der Aktienkursentwicklung, ein ganzes Bündel von fundamentalen Daten (Rentabilität, Kurs-Gewinn-Verhältnis, Verschuldungsgrad u.a.) dann mangels positiver Aspekte Aktienverkäufe auslösen dürfte.
Die Kurse von Gold- und Silberaktien folgen bekanntlich anderen Gesetzmäßigkeiten als die der Aktien aus Indizes wie der Dax-Familie, aus Euro Stoxx, Standard & Poor's und so weiter. Entscheidend sind vor allem die Kosten der Minen einschließlich der Hebelwirkung, die sie auf die Kurse ausüben, außerdem der Gold- und Silbergehalt des Gesteins, das man aus dem Boden holt, die Qualität (Erfahrung) der Manager und die politische Stabilität eines Landes, in dem sich die Minen befinden. Allein schon diese Faktoren sorgen für eine hohe Volatilität (starke Schwankung) der Minenaktienkurse.
Rechtfertigen sie das Trading, also rein, raus, wieder rein und wieder raus? Meine Erfahrung sagt mir: eher nein. Bevor ich damit einen Sturm der Entrüstung unter Tradern auslöse, folgt hier ein Beispiel aus der Zeit nach dem Anstieg des Goldpreises in diesem Jahr über 1200 Dollar je Feinunze, die international übliche Messlatte: erster Höhepunkt im März dieses Jahres bei 1250 Dollar, zweiter Höhepunkt im Mai bei 1280 Dollar, dann Rückgang bis 1210 Dollar und schließlich erneuter Anstieg zunächst auf 1290 und nach kurzer Pause auf 1366 Dollar, danach bis heute Schwankungen zwischen 1310 und 1330 Dollar.
Die Kurse der Minenaktien sind während dieser Zeit mitgeschwankt, die der Branchengrößen Barrick und Newmont sowie der Royalty- bzw. Streaming-Spezialisten Royal Gold und Silver Wheaton beachtlich, die der ganz heißen Aktien der Edelmetallbranche, wie DRD Gold, Sibanye oder First Majestic, sogar raketenartig. Trader hätten zwei Aufgaben lösen müssen, um bei dem kräftigen Auf und Ab der Kurse mehr Gewinn herauszuschlagen als geduldige Anleger, die - einmal eingestiegen - die Kursentwicklung einfach nur auf sich zukommen ließen: Trader mussten sowohl die richtigen Aktien als auch das richtige Timing erwischen. Da kann ich nur sagen: Viel Glück!
Das Ganze erinnert mich an die Vielzahl von Anlegern, die behaupten, mit zehn mal zehn Prozent Gewinn bessere Ergebnisse erzielen zu können als mit einmal hundert Prozent. Dabei handelt es sich um einen eklatanten Widerspruch in sich. Denn um die richtigen Aktien zu erwischen, müsste man im ersten Fall zehnmal soviel recherchieren wie im zweiten - es sei denn, die Recherchen bleiben derart oberflächlich, dass sie sich im ersten Fall jeweils nur über ein Zehntel der Zeit erstrecken.
Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass es sich bei den Zehn-mal-zehn-Spekulanten mit hoher Wahrscheinlichkeit um Chartisten handelt, denen zeitraubend zu recherchierende fundamentale Daten zuwider sind, dagegen bei den Ein-mal-hundert-Anlegern um Fundamentalisten, die am liebsten Bilanzen durchleuchten, Zwischenberichte studieren, die Glaubwürdigkeit von Managern testen und im Fall von Minenaktien auch schon mal vor Ort überprüfen, ob die vermeintlichen Aktiva nur aus lauter wertlosen Bohrlöchern bestehen.
Zwischenfazit: Behalten Sie bis auf Weiteres ihre Minenaktien, Ihr physisches Gold und Silber darüber hinaus. Verfolgen und recherchieren Sie die Aktienmärkte anhand einer Auswahl an sonstigen Aktien, die je nach der Zeit, die Sie sich dafür nehmen können, von einem Dutzend bis zu mehr als hundert reichen kann. Achten Sie dabei besonders auf die Geldpolitik der Notenbanken und auf die fundamentalen Daten der der Aktien.
Nun noch zu einem weiteren wichtigen Punkt: Im Zuge des enormen Zinsrückgangs während der vergangenen Jahre sind Anleger nicht allein bei der Aktienanlage übermütig geworden, vielmehr haben sie noch viel mehr in Immobilien investiert und sich damit Klumpenrisiken eingehandelt. Solange es um selbst genutzte Immobilien in guter bis bester Lage geht, ist nur wenig dagegen einzuwenden.
Doch für vermietete Objekte sieht die Rechnung anders aus: Hohe Preise, bis zu 6,5 Prozent Grunderwerbsteuer und ein Justizminister, der mittels Mietpreisbremse wohl am liebsten alle Vermieter zu potenziellen Immobilienhaien erklären möchte, lassen die Hoffnung auf nachhaltige Mietrenditen schmelzen wie Schnee in der Sonne.
Also lautet das abschließende Fazit: Neben dem kurzfristigen Trading gibt es auch ein langfristiges, und das spricht dafür, dass Sie mit Blick auf Ihre vermieteten Immobilien tabula rasa machen und zumindest einen Teil von ihnen verkaufen sollten.
© Manfred Gburek www.gburek.eu
Manfred Gburek ist neben seiner Funktion als Kolumnist privater Investor und Buchautor.
In der vergangenen Woche nahm ich zusammen mit anderen privaten Investoren an mehreren Diskussionen zur Anlagestrategie während der kommenden Jahre teil. Es ging um Gold und Silber, Aktien und Anleihen, Immobilien und Bargeld, Brexit-Folgen und marode italienische Banken. Also um mehr als nur die von den Mainstream-Medien üblicherweise verbreiteten Goldpreis- und Dax-Prognosen. Im Mittelpunkt stand immer wieder die Frage: Ist es jetzt sinnvoller, vorhandene Anlagen einfach durchzuhalten, ohne aktiv zu werden, oder erscheint es opportun, die häufigen Schwankungen an den Börsen zum Trading zu nutzen?
Da es sich um Diskussionen unter privaten Investoren handelte, möchte ich betonen, dass Fondsmanager mit ihrer von Grund auf anders konzipierten Anlagepolitik - rechtliche und sonstige formelle Restriktionen - außen vor blieben. Anders konzipiert, das bedeutet konkret, strengen Vorgaben zu unterliegen. Diesbezüglich verdienen private Investoren im Gegensatz zu Fondsmanagern einen dicken Pluspunkt, weil sie mit ihrem Vermögen schalten und walten können, wie sie wollen. Und um die Frage nach dem Durchhalten kontra Trading zu beantworten: Es kommt darauf an, über welche Anlagen jemand verfügt, welchem Ziel sie dienen und wie viel Zeit einschließlich Know-how zur Verfügung steht, um sie sinnvoll zu managen.
Werden wir nun anhand von Beispielen konkret. Angenommen, da sitzt jemand auf hohen Beständen an physischem Gold und Silber. Dann spricht der im Jahr 2001 begonnene, von 2011 bis 2015 unterbrochene und 2016 wieder aufgenommene Megatrend der Edelmetalle bis auf Weiteres dafür, sie zu behalten. Allerdings ohne zu vergessen, sich in einer Art Trockenübung - beobachten und recherchieren - rechtzeitig auch mit anderen Anlageklassen zu beschäftigen, vorrangig mit Aktien, um nach deren nächstem kräftigeren Kursrückgang rechtzeitig ein Gefühl dafür zu bekommen, welche dann besonders lukrativ zu sein versprechen.
Ich meine hier Aktien außerhalb des Edelmetallsektors und habe mir dazu angewöhnt, schon jetzt die relevanten Daten von mehr als 100 internationalen Aktien laufend zu verfolgen, um auf spätere Schnäppchenkäufe rechtzeitig vorbereitet zu sein.
Bisher ist ein größerer Kursrückgang der gängigen Aktien ausgeblieben. Das liegt im Wesentlichen daran, dass die EZB im Verein mit den anderen großen Notenbanken für viel Geld aus dem Nichts sorgt, also für Liquidität. Sobald sie den Geldhahn zudreht, werden Gewinnmitnahmen der Großanleger einsetzen. Zumal die andere Komponente der Aktienkursentwicklung, ein ganzes Bündel von fundamentalen Daten (Rentabilität, Kurs-Gewinn-Verhältnis, Verschuldungsgrad u.a.) dann mangels positiver Aspekte Aktienverkäufe auslösen dürfte.
Die Kurse von Gold- und Silberaktien folgen bekanntlich anderen Gesetzmäßigkeiten als die der Aktien aus Indizes wie der Dax-Familie, aus Euro Stoxx, Standard & Poor's und so weiter. Entscheidend sind vor allem die Kosten der Minen einschließlich der Hebelwirkung, die sie auf die Kurse ausüben, außerdem der Gold- und Silbergehalt des Gesteins, das man aus dem Boden holt, die Qualität (Erfahrung) der Manager und die politische Stabilität eines Landes, in dem sich die Minen befinden. Allein schon diese Faktoren sorgen für eine hohe Volatilität (starke Schwankung) der Minenaktienkurse.
Rechtfertigen sie das Trading, also rein, raus, wieder rein und wieder raus? Meine Erfahrung sagt mir: eher nein. Bevor ich damit einen Sturm der Entrüstung unter Tradern auslöse, folgt hier ein Beispiel aus der Zeit nach dem Anstieg des Goldpreises in diesem Jahr über 1200 Dollar je Feinunze, die international übliche Messlatte: erster Höhepunkt im März dieses Jahres bei 1250 Dollar, zweiter Höhepunkt im Mai bei 1280 Dollar, dann Rückgang bis 1210 Dollar und schließlich erneuter Anstieg zunächst auf 1290 und nach kurzer Pause auf 1366 Dollar, danach bis heute Schwankungen zwischen 1310 und 1330 Dollar.
Die Kurse der Minenaktien sind während dieser Zeit mitgeschwankt, die der Branchengrößen Barrick und Newmont sowie der Royalty- bzw. Streaming-Spezialisten Royal Gold und Silver Wheaton beachtlich, die der ganz heißen Aktien der Edelmetallbranche, wie DRD Gold, Sibanye oder First Majestic, sogar raketenartig. Trader hätten zwei Aufgaben lösen müssen, um bei dem kräftigen Auf und Ab der Kurse mehr Gewinn herauszuschlagen als geduldige Anleger, die - einmal eingestiegen - die Kursentwicklung einfach nur auf sich zukommen ließen: Trader mussten sowohl die richtigen Aktien als auch das richtige Timing erwischen. Da kann ich nur sagen: Viel Glück!
Das Ganze erinnert mich an die Vielzahl von Anlegern, die behaupten, mit zehn mal zehn Prozent Gewinn bessere Ergebnisse erzielen zu können als mit einmal hundert Prozent. Dabei handelt es sich um einen eklatanten Widerspruch in sich. Denn um die richtigen Aktien zu erwischen, müsste man im ersten Fall zehnmal soviel recherchieren wie im zweiten - es sei denn, die Recherchen bleiben derart oberflächlich, dass sie sich im ersten Fall jeweils nur über ein Zehntel der Zeit erstrecken.
Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass es sich bei den Zehn-mal-zehn-Spekulanten mit hoher Wahrscheinlichkeit um Chartisten handelt, denen zeitraubend zu recherchierende fundamentale Daten zuwider sind, dagegen bei den Ein-mal-hundert-Anlegern um Fundamentalisten, die am liebsten Bilanzen durchleuchten, Zwischenberichte studieren, die Glaubwürdigkeit von Managern testen und im Fall von Minenaktien auch schon mal vor Ort überprüfen, ob die vermeintlichen Aktiva nur aus lauter wertlosen Bohrlöchern bestehen.
Zwischenfazit: Behalten Sie bis auf Weiteres ihre Minenaktien, Ihr physisches Gold und Silber darüber hinaus. Verfolgen und recherchieren Sie die Aktienmärkte anhand einer Auswahl an sonstigen Aktien, die je nach der Zeit, die Sie sich dafür nehmen können, von einem Dutzend bis zu mehr als hundert reichen kann. Achten Sie dabei besonders auf die Geldpolitik der Notenbanken und auf die fundamentalen Daten der der Aktien.
Nun noch zu einem weiteren wichtigen Punkt: Im Zuge des enormen Zinsrückgangs während der vergangenen Jahre sind Anleger nicht allein bei der Aktienanlage übermütig geworden, vielmehr haben sie noch viel mehr in Immobilien investiert und sich damit Klumpenrisiken eingehandelt. Solange es um selbst genutzte Immobilien in guter bis bester Lage geht, ist nur wenig dagegen einzuwenden.
Doch für vermietete Objekte sieht die Rechnung anders aus: Hohe Preise, bis zu 6,5 Prozent Grunderwerbsteuer und ein Justizminister, der mittels Mietpreisbremse wohl am liebsten alle Vermieter zu potenziellen Immobilienhaien erklären möchte, lassen die Hoffnung auf nachhaltige Mietrenditen schmelzen wie Schnee in der Sonne.
Also lautet das abschließende Fazit: Neben dem kurzfristigen Trading gibt es auch ein langfristiges, und das spricht dafür, dass Sie mit Blick auf Ihre vermieteten Immobilien tabula rasa machen und zumindest einen Teil von ihnen verkaufen sollten.
© Manfred Gburek www.gburek.eu
Manfred Gburek ist neben seiner Funktion als Kolumnist privater Investor und Buchautor.
Montag, 25. Juli 2016
Dienstag, 5. Juli 2016
Andy Hoffman - Historischer Brandherd!
Andy Hoffman von Miles Franklin sprach im Interview mit SGT Report jüngst ausführlich über die aktuelle Lage an den Finanzmärkten. Zu den Themen des Gesprächs gehören die Reaktion von Gold, Silber und des Britischen Pfunds auf den Ausgang des Brexit-Referendums, die Entwicklungen an der Comex und die Zinspolitik der Zentralbanken.
Weiterhin geht der Finanzexperte auf die missliche Lage der Banken ein, allen voran der Deutschen Bank, die er als 'Lehman Europas' bezeichnet.
"Wir befinden uns an einem historischen Siedepunkt. […] Es existiert buchstäblich nur noch ein winzig kleines Zeitfenster für die Menschen, sich zu schützen, bevor die Hölle ausbricht."
Dienstag, 5. Juli 2016
Abonnieren
Posts (Atom)






