Früher lautete ein Eckpfeiler der makroökonomischen Lehre: „Geld drucken“ führt zu Inflation. Doch trotz einer inzwischen jahrelang andauernden „ultralockeren Geldpolitik“ der großen Notenbanken ist noch keine entscheidende Preissteigerung am Horizont zu erkennen. Warum bleibt der altbekannte Effekt aus?
Der anscheinend bestehende Widerspruch zwischen der Geldpolitik der großen Notenbanken seit der Finanzmarktkrise und der Entwicklung der Inflationsraten zählt für viele langjährige Marktteilnehmer zu den großen Paradoxen unserer Zeit. Seit die FED im Dezember 2008 damit begonnen hat, ihre Nullzinspolitik durch den Kauf von Anleihen im großen Stil zu unterstützen ...
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Mittwoch, 7. Dezember 2016
Mittwoch, 9. November 2016
Trump gewinnt US-Präsidentschaftswahl. Börsen weltweit im Minus
Gold kann fast +3 % verbuchen.
Was ist von Trump zu erwarten? Wieso haben alle solche Angst vor Trump?
Das Establishment wirkt sehr besorgt über den neuen Präsidenten der USA, Donald Trump. Die selbsternannten Experten gehen von einer Abkühlung des Welthandels aus, da Trump angekündigt hat die Interessen der USA an die erste Stelle zu setzen und den Freihandel zum "Schutz" des US-Arbeitsmarktes einzuschränken.
Auch in Europa muss eine ungemeine Angst im Establishment umgehen - gerade die aufstrebenden Anit-Establishment-Parteien unter Le Pen in Frankreich, Strache in Österreich oder Petry in Deutschland könnten vom Wahlsieg von Trump profitieren.
Es geht also doch anders - das wissen wir nicht erst seit dem Brext. Es könnte nun tatsächlich turbulent werden an den Finanzmärkten und die Situation ist unberechenbar. Davon sollte auf jeden Fall Gold profitieren, dessen Fundamentaldaten aber ohnehin überzeugen.
Die Aktienmärkte haben schon stark korrigiert und es ist zu erwarten, dass sich die Korrektur fortsetzen wird - allein wegen der großen Unsicherheit gegenüber Trumps Politik. Trump steht für einen Wendepunkt in der Politik - es wird vermutlich nicht "Business as usual". Die Unberechenbarkeit könnte zu einem Crash führen - aber auch durch die Feinde die Trump ganz sicher im Establishment hat, könnte sich eine Konfrontation anbahnen.
Außenpolitisch könnte Trump jedoch für eine besänftigende Politik gegenüber dem Iran oder Russland stehen. Die außenpolitischen Beziehungen haben jüngst stark unter der Politik von Obama gelitten und Clinton hatte eine Verschärfung der Sanktionen angekündigt.
Die Sicherheitslage könnte sich durch Trump also eher verbessern und die Sanktionen gegenüber Russland könnten gelockert werden.
Innenpolitisch - gerade in Hinblick auf eine Erholung der Wirtschaft - hat Trump erkannt, dass die Federal Reserve verantwortlich für die "False Economy" ist wie Trump selbst sagte [1]. Trump hat ebenfalls erkannt, dass die Wirtschaft in einer gigantischen Blase steckt und er hatte gehofft, dass sie vor seiner Ernennung zum Präsidenten platzen würde. Nun muss Trump damit umgehen und es ist zu erwarten, dass man ein Platzen der Anleihen- und Schuldenblase Trump in die Schuhe schieben wird um in politisch zu schwächen und so schnell wie möglich durch einen Establishment-Politiker zu ersetzen.
Trump plant weiterhin eine Steuerreform, die Verringerung von Sozialausgaben wie für "Obamacare" und weitere um den Haushalt auszugleichen. Weiterhin sollen Freihandelszonen in Nordamerika neu verhandelt werden. Wie sich dies auswirkt bleibt abzuwarten - ein ausgeglichener Haushalt könnte jedoch zu einer bereinigenden Deflation bzw. einer Rezession führen in der die unrentablen Fehlinvestitionen liquidiert werden und wieder frei für tatsächlich sinnvolle Investitionen werden.
Die aufgeblähten Stromkosten könnten ebenfalls sinken - was positiv für die Wirtschaft wäre - denn Trump hat erkannt, dass CO2-Politik und Klimahysterie keine realen Probleme lösen sollen, sondern ein Herrschaftsmittel der Unterdrückung sind.
Nach der Wahl gilt jedoch nicht immer was vor der Wahl gesagt wurde und ohne Frage steht Trump einem großen Chaos gegenüber. Amerika könnte jederzeit in die Rezession abrutschen - was gesund wäre - aber politisch natürlich verdammt unangenehm. Man kann gespannt sein ob Trump den Willen hat durch die schwere Zeit zu gehen um den "Sumpf" tatsächlich "trocken zu legen" oder sich einlullen lässt und die nötige Säuberung weiter in die Zukunft verschiebt.
Gold und Bitcoin könnten profitieren von der unsicheren Lage.
Mittwoch, 9. November 2016
Montag, 17. Oktober 2016
[Podcast] Steigende Unsicherheit - Chancen nutzen
Steigende Unsicherheit - Chancen nutzen
Die Unsicherheit, die sich aus dem internationalen wirtschaftlichen und politischen Umfeld für Kapitalmarktanleger ergibt, steigt. Zwar sind derzeit keine unmittelbaren und offensichtlichen Rezessionsgefahren für die Weltwirtschaft zu erkennen. Jedoch gibt es eine Vielzahl von Entwicklungen, die die Aussichten für das Wirtschaftswachstum eintrüben und die noch für erhebliche Turbulenzen auf den Finanz- und Rohstoffmärkten sorgen können. Im Folgenden sei auf einige von ihnen hingewiesen.Podcast - Ein Artikel von Prof. Dr. Thorsten Polleit gelesen von Mark Peters.
gesehen auf Goldseiten.de
Montag, 17. Oktober 2016
Freitag, 14. Oktober 2016
Jim Rickards warnt: „Ein starker Dollar erhöht die Gefahr einer schlimmeren Finanzpanik als 2008"
Zwei Monate, nachdem der Dollar sich auf dem Weg nach oben gemacht hat, gibt es zusehends Turbulenzen am Aktienmarkt. Der renomierte US-Autor und Finanzexperte Jim Rickards warnt vor den massiven Folgen, sollte die Entwicklung beim Dollar weitergehen. Der Profi befürchtet, dass das Zusammenlaufen von drei Faktoren, zu einer massiven Krise führen wird.
„Lassen Sie uns spezifische Bedrohungen für Ihr Vermögen analysieren, die sich aus folgenden Risiken ergeben: einem systemischen Kollaps, Blasen (bei Vermögenswerten) und dem Verlust des Vertrauens in die Fähigkeit der Notebenbanken, auf die Krisen zu reagieren“, schrieb Jim Rickards zuletzt.
Jeder Dollar, der neu von der Fed gedruckt worden ist, ist von den weltweiten Märkten auf 20 Dollar an neuen Schulden gehebelt worden.Rickards hat 35 Jahre lang an der Wall Street gearbeitet und ist der Autor von Bestsellern, wie „Currency Wars: The Making of the Next Global Crisis“ (Währungskriege: das Enstehen der nächsten weltweiten Krise), veröffentlicht 2011, „The Death of Money: The Coming Collapse of the International Monetary System“ (Der Tod des Geldes: Der bevorstehende Kollaps des internationalen Geldsystems), veröffentlicht 2014, und „The New Case for Gold (Ein neues Plädoyer für Gold) von 2016.
Systemischer Kollaps
„Die Aussicht auf einen systemischen Kollaps oder wirtschaftliche Instabilität wird von einer weltweiten Dollar-Knappheit geschürt. Das hört sich erst einmal komisch an. Wie kann es eine Dollar-Knappheit geben, wenn die US-Notenbank in den vergangenen acht Jahren Billionen von neuen Dollar gedruckt hat? Die Antwort ist, dass die Dollar-Schulden noch schneller gestiegen sind, als die Dollar gedruckt worden sind.
Jeder Dollar, der neu von der Fed gedruckt worden ist, ist von den weltweiten Märkten auf 20 Dollar an neuen Schulden gehebelt worden.“ Nachdem das Gelddruckprogramm der Fed im Oktober 2014 ausgelaufen sei, gebe es kaum noch frische Dollar. „Aber die Dollar-basierten Schulden wachsen immer noch, im Ölbereich, in den Emerging Markets, und in US-Studienkrediten, Autokrediten, Kreditkarten und anderen Verbindlichkeiten. Ein stärkerer Dollar und Disinflation machen diese Schulden drückender und schwerer rückzahlbar“, schrieb Rickards. Es habe bereits Schockwellen gegeben, die von der Dollar-Knappheit ausgelöst worden seien, wie die kräftige Abwertung des chinesischen Renminbi im August 2015. „Es wird nicht lange dauern, bis ein noch größeres Erdbeben ausgelöst wird. Die Fed könnte dem entgegen steuern, indem sie mehr Geld druckt. Ich erwarte, dass die Fed tatsächlich irgendwann im Jahr 2017 das Gelddruckprogramm QE4 auflegen wird. Aber selbstverständlich verstärkt das nur die Blasen bei Vermögenswerten, die wiederum selbst eine Ursache für systemische Risiken sind.“ Von umso größerer Bedeutung ist daher die weitere Entwicklung des Dollar.
Jeder Dollar, der neu von der Fed gedruckt worden ist, ist von den weltweiten Märkten auf 20 Dollar an neuen Schulden gehebelt worden.“ Nachdem das Gelddruckprogramm der Fed im Oktober 2014 ausgelaufen sei, gebe es kaum noch frische Dollar. „Aber die Dollar-basierten Schulden wachsen immer noch, im Ölbereich, in den Emerging Markets, und in US-Studienkrediten, Autokrediten, Kreditkarten und anderen Verbindlichkeiten. Ein stärkerer Dollar und Disinflation machen diese Schulden drückender und schwerer rückzahlbar“, schrieb Rickards. Es habe bereits Schockwellen gegeben, die von der Dollar-Knappheit ausgelöst worden seien, wie die kräftige Abwertung des chinesischen Renminbi im August 2015. „Es wird nicht lange dauern, bis ein noch größeres Erdbeben ausgelöst wird. Die Fed könnte dem entgegen steuern, indem sie mehr Geld druckt. Ich erwarte, dass die Fed tatsächlich irgendwann im Jahr 2017 das Gelddruckprogramm QE4 auflegen wird. Aber selbstverständlich verstärkt das nur die Blasen bei Vermögenswerten, die wiederum selbst eine Ursache für systemische Risiken sind.“ Von umso größerer Bedeutung ist daher die weitere Entwicklung des Dollar.
Es wird nicht lange dauern, bis ein noch größeres Erdbeben ausgelöst wird.Die Analysten von Goldman Sachs haben zuletzt prognostiziert, dass der Euro innerhalb von sechs Monaten auf 1,04 Dollar je Euro sinken soll – sprich der Dollar soll stärker werden. In zwölf Monaten soll sogar die Parität erreicht werden, also ein Euro nur mehr ein Dollar wert sein.
Blase Bei Vermögenswerten
„Wenn Investoren fragen: „Wo ist denn die Inflation nach all dem Gelddrucken?“ antworte ich: “Schauen Sie nicht auf die Regale im Supermarkt, schauen Sie auf den Aktienmarkt.Es gab zwar nicht viel Inflation bei Verbraucherpreisen, aber eine riesige Inflation bei den Preisen von Vermögenswerten. Das gedruckte Geld muss irgendwohin fließen.“
Die Zinsen für zehnjährige US-Anleihen lägen bei 1,65 Prozent (aktuell 1,75 Prozent). Weil etliche Aktien noch Dividendenrenditen von drei bis fünf Prozent abwerfen würden, würden Finanzexperten argumentieren, dass man diese Aktien soweit nach oben treiben könne, bis die Dividendenrendite näher bei zwei Prozent liege, womit nur ein kleiner Aufschlag gegenüber den Zinsen vorhanden wäre, um für das höhere „Risiko“ der Aktien zu kompensieren. Rickards hält einen derartigen Ansatz für völlig falsch, weil er nicht berücksichtigt, warum die Zinsen auf Talfahrt seien. „Wenn die Zinsen fallen, weil die Deflation den Plan der Fed ruiniert, die Wirtschaft zu reflationieren, ist das ein Grund, weshalb Aktienkurse steigen sollten?“, schrieb Rickards.
Der Einbruch wird heftig sein, möglicherweise 30 Prozent oder mehr innerhalb weniger Monate.Deflation bedeutet einen Rückgang der Verbraucherpreise. Das will die Fed mit allen Mitteln verhindern, weil eine Deflation angeblich dazu führen würde, dass die Unternehmen weniger Einnahmen hätten, weshalb die Wirtschaft geschwächt werden würde. Tatsächlich ist die Deflation aber nur deswegen „gefährlich“, weil bei einer Deflation die Schulden aufgewertet werden, während sie bei einer Inflation entwertet werden. „Wenn die Zinsen eine Rezession andeuten, sollte man dann die Aktienkurse auf extreme Niveaus nach oben treiben, basierend auf der Theorie einer „Parität“ (zwischen der Dividendenrendite und den Zinsen)? Dieses Verhalten widerspricht jedweder Logik und der Wirtschaftsgeschichte, aber genau das erleben wir heutzutage an den Märkten. Irgendwann, eher früher als später, wird die Realität der Unfähigkeit der Notenbanken und der aufziehenden Rezession durchdringen und die Bewertung der Aktien wird kollabieren. Der Einbruch wird heftig sein, möglicherweise 30 Prozent oder mehr innerhalb weniger Monate.“ In dem Falle wolle man nicht übergewichtet sein in Aktien. „Diese Analyse trifft auf mehr als nur Aktien zu. Es trifft auf eine lange Liste riskanter Vermögenswerte zu, einschließlich Häusern, Gewerbeimmobilien, Wertpapiere aus den Emerging Markets, Ramschanleihen und mehr. Wenn es nur einen Crash in einem Markt gibt, wird die Infektion auf alle anderen überspringen.“
Schwindendes Vertrauen In Die Notenbanken
„Schließlich kommen wir zur größten Bedrohung von allen – die Unfähigkeit der Notenbanken mit Krisen umzugehen, und der völlige Verlust des Vertrauens der Investoren in die Wirksamkeit der Geldpolitik der Notenbanken.“ In den vergangenen Jahrzehnten habe es mehrere Liquiditätskrisen gegeben, wie 1998 (ausgelöst durch die Währungskrise in den Emerging Markets, Russland und beim Hedgefonds LTCM), 2008 und 2010 (Griechenland, Zypern und der Peripherie in Europa) „In allen drei Fällen waren das Gelddrucken der Notenbanken, kombiniert mit den Rettungen durch die Länder und den Internationalen Währungsfonds (IWF) ausreichend, um wieder Ruhe herzustellen. Aber diese „Bail-outs“ haben einen hohen Preis. Die Notenbanken haben keinen Raum mehr, um bei der nächsten Krise die Zinsen zu senken oder Geld zu drucken. Die Steuerzahler begehren auf gegen noch mehr Rettungen. Die Regierungen bekommen eine zunehmende Polarisierung zu spüren und es gibt einen politischen Stillstand rund um die Welt“, schrieb Rickards. „Die Welt bewegt sich auf eine Staatsschuldenkrise zu, weil es zu viel Schulden gibt und zu wenig Wachstum… Inflation würde dazu beitragen, den realen Wert der Schulden zu verringern, aber die Notenbanken haben es nicht geschafft, Inflation zu erzeugen. Nun stehen die Notenbanken vor der Aussicht einer Rezession und mehr Deflation, ohne weitere geldpolitische Optionen, um sie zu bekämpfen.“Die Welt bewegt sich auf eine Staatsschuldenkrise zu [...]„Die Auswirkung der Deflation und der starke Dollar haben zu einer weltweiten Knappheit an Liquidität geführt. Weil die privaten Schulden schneller gestiegen sind als die Bilanzsummen der Notenbanken, ist eine Dollar-Knappheit entstanden, weil Schuldner händeringend nach Dollar suchen, um ihre Schulden zurückzuzahlen. Das erhöht die Gefahr einer neuen Liquiditätskrise und einer schlimmeren Finanzpanik als 2008. Anhaltend niedrige Zinsen haben keine Inflation verursacht, sondern Blasen bei Vermögenswerten, die zu platzen und selbst einen Finanzpanik auszulösen drohen – unabhängig von den verschärften Finanzbedingungen. Wenn diese Panik eintritt, (sei es wegen einer Liquiditätsknappheit oder platzender Blasen), werden Investoren kein Vertrauen in die Fähigkeit der Notenbanken haben, die Panik zu beenden.“
Freitag, 14. Oktober 2016
Montag, 25. Juli 2016
Gold, Silber, Aktien, Immobilien: Was jetzt zu tun ist, was später
Von Goldseiten.de
In der vergangenen Woche nahm ich zusammen mit anderen privaten Investoren an mehreren Diskussionen zur Anlagestrategie während der kommenden Jahre teil. Es ging um Gold und Silber, Aktien und Anleihen, Immobilien und Bargeld, Brexit-Folgen und marode italienische Banken. Also um mehr als nur die von den Mainstream-Medien üblicherweise verbreiteten Goldpreis- und Dax-Prognosen. Im Mittelpunkt stand immer wieder die Frage: Ist es jetzt sinnvoller, vorhandene Anlagen einfach durchzuhalten, ohne aktiv zu werden, oder erscheint es opportun, die häufigen Schwankungen an den Börsen zum Trading zu nutzen?
Da es sich um Diskussionen unter privaten Investoren handelte, möchte ich betonen, dass Fondsmanager mit ihrer von Grund auf anders konzipierten Anlagepolitik - rechtliche und sonstige formelle Restriktionen - außen vor blieben. Anders konzipiert, das bedeutet konkret, strengen Vorgaben zu unterliegen. Diesbezüglich verdienen private Investoren im Gegensatz zu Fondsmanagern einen dicken Pluspunkt, weil sie mit ihrem Vermögen schalten und walten können, wie sie wollen. Und um die Frage nach dem Durchhalten kontra Trading zu beantworten: Es kommt darauf an, über welche Anlagen jemand verfügt, welchem Ziel sie dienen und wie viel Zeit einschließlich Know-how zur Verfügung steht, um sie sinnvoll zu managen.
Werden wir nun anhand von Beispielen konkret. Angenommen, da sitzt jemand auf hohen Beständen an physischem Gold und Silber. Dann spricht der im Jahr 2001 begonnene, von 2011 bis 2015 unterbrochene und 2016 wieder aufgenommene Megatrend der Edelmetalle bis auf Weiteres dafür, sie zu behalten. Allerdings ohne zu vergessen, sich in einer Art Trockenübung - beobachten und recherchieren - rechtzeitig auch mit anderen Anlageklassen zu beschäftigen, vorrangig mit Aktien, um nach deren nächstem kräftigeren Kursrückgang rechtzeitig ein Gefühl dafür zu bekommen, welche dann besonders lukrativ zu sein versprechen.
Ich meine hier Aktien außerhalb des Edelmetallsektors und habe mir dazu angewöhnt, schon jetzt die relevanten Daten von mehr als 100 internationalen Aktien laufend zu verfolgen, um auf spätere Schnäppchenkäufe rechtzeitig vorbereitet zu sein.
Bisher ist ein größerer Kursrückgang der gängigen Aktien ausgeblieben. Das liegt im Wesentlichen daran, dass die EZB im Verein mit den anderen großen Notenbanken für viel Geld aus dem Nichts sorgt, also für Liquidität. Sobald sie den Geldhahn zudreht, werden Gewinnmitnahmen der Großanleger einsetzen. Zumal die andere Komponente der Aktienkursentwicklung, ein ganzes Bündel von fundamentalen Daten (Rentabilität, Kurs-Gewinn-Verhältnis, Verschuldungsgrad u.a.) dann mangels positiver Aspekte Aktienverkäufe auslösen dürfte.
Die Kurse von Gold- und Silberaktien folgen bekanntlich anderen Gesetzmäßigkeiten als die der Aktien aus Indizes wie der Dax-Familie, aus Euro Stoxx, Standard & Poor's und so weiter. Entscheidend sind vor allem die Kosten der Minen einschließlich der Hebelwirkung, die sie auf die Kurse ausüben, außerdem der Gold- und Silbergehalt des Gesteins, das man aus dem Boden holt, die Qualität (Erfahrung) der Manager und die politische Stabilität eines Landes, in dem sich die Minen befinden. Allein schon diese Faktoren sorgen für eine hohe Volatilität (starke Schwankung) der Minenaktienkurse.
Rechtfertigen sie das Trading, also rein, raus, wieder rein und wieder raus? Meine Erfahrung sagt mir: eher nein. Bevor ich damit einen Sturm der Entrüstung unter Tradern auslöse, folgt hier ein Beispiel aus der Zeit nach dem Anstieg des Goldpreises in diesem Jahr über 1200 Dollar je Feinunze, die international übliche Messlatte: erster Höhepunkt im März dieses Jahres bei 1250 Dollar, zweiter Höhepunkt im Mai bei 1280 Dollar, dann Rückgang bis 1210 Dollar und schließlich erneuter Anstieg zunächst auf 1290 und nach kurzer Pause auf 1366 Dollar, danach bis heute Schwankungen zwischen 1310 und 1330 Dollar.
Die Kurse der Minenaktien sind während dieser Zeit mitgeschwankt, die der Branchengrößen Barrick und Newmont sowie der Royalty- bzw. Streaming-Spezialisten Royal Gold und Silver Wheaton beachtlich, die der ganz heißen Aktien der Edelmetallbranche, wie DRD Gold, Sibanye oder First Majestic, sogar raketenartig. Trader hätten zwei Aufgaben lösen müssen, um bei dem kräftigen Auf und Ab der Kurse mehr Gewinn herauszuschlagen als geduldige Anleger, die - einmal eingestiegen - die Kursentwicklung einfach nur auf sich zukommen ließen: Trader mussten sowohl die richtigen Aktien als auch das richtige Timing erwischen. Da kann ich nur sagen: Viel Glück!
Das Ganze erinnert mich an die Vielzahl von Anlegern, die behaupten, mit zehn mal zehn Prozent Gewinn bessere Ergebnisse erzielen zu können als mit einmal hundert Prozent. Dabei handelt es sich um einen eklatanten Widerspruch in sich. Denn um die richtigen Aktien zu erwischen, müsste man im ersten Fall zehnmal soviel recherchieren wie im zweiten - es sei denn, die Recherchen bleiben derart oberflächlich, dass sie sich im ersten Fall jeweils nur über ein Zehntel der Zeit erstrecken.
Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass es sich bei den Zehn-mal-zehn-Spekulanten mit hoher Wahrscheinlichkeit um Chartisten handelt, denen zeitraubend zu recherchierende fundamentale Daten zuwider sind, dagegen bei den Ein-mal-hundert-Anlegern um Fundamentalisten, die am liebsten Bilanzen durchleuchten, Zwischenberichte studieren, die Glaubwürdigkeit von Managern testen und im Fall von Minenaktien auch schon mal vor Ort überprüfen, ob die vermeintlichen Aktiva nur aus lauter wertlosen Bohrlöchern bestehen.
Zwischenfazit: Behalten Sie bis auf Weiteres ihre Minenaktien, Ihr physisches Gold und Silber darüber hinaus. Verfolgen und recherchieren Sie die Aktienmärkte anhand einer Auswahl an sonstigen Aktien, die je nach der Zeit, die Sie sich dafür nehmen können, von einem Dutzend bis zu mehr als hundert reichen kann. Achten Sie dabei besonders auf die Geldpolitik der Notenbanken und auf die fundamentalen Daten der der Aktien.
Nun noch zu einem weiteren wichtigen Punkt: Im Zuge des enormen Zinsrückgangs während der vergangenen Jahre sind Anleger nicht allein bei der Aktienanlage übermütig geworden, vielmehr haben sie noch viel mehr in Immobilien investiert und sich damit Klumpenrisiken eingehandelt. Solange es um selbst genutzte Immobilien in guter bis bester Lage geht, ist nur wenig dagegen einzuwenden.
Doch für vermietete Objekte sieht die Rechnung anders aus: Hohe Preise, bis zu 6,5 Prozent Grunderwerbsteuer und ein Justizminister, der mittels Mietpreisbremse wohl am liebsten alle Vermieter zu potenziellen Immobilienhaien erklären möchte, lassen die Hoffnung auf nachhaltige Mietrenditen schmelzen wie Schnee in der Sonne.
Also lautet das abschließende Fazit: Neben dem kurzfristigen Trading gibt es auch ein langfristiges, und das spricht dafür, dass Sie mit Blick auf Ihre vermieteten Immobilien tabula rasa machen und zumindest einen Teil von ihnen verkaufen sollten.
© Manfred Gburek www.gburek.eu
Manfred Gburek ist neben seiner Funktion als Kolumnist privater Investor und Buchautor.
In der vergangenen Woche nahm ich zusammen mit anderen privaten Investoren an mehreren Diskussionen zur Anlagestrategie während der kommenden Jahre teil. Es ging um Gold und Silber, Aktien und Anleihen, Immobilien und Bargeld, Brexit-Folgen und marode italienische Banken. Also um mehr als nur die von den Mainstream-Medien üblicherweise verbreiteten Goldpreis- und Dax-Prognosen. Im Mittelpunkt stand immer wieder die Frage: Ist es jetzt sinnvoller, vorhandene Anlagen einfach durchzuhalten, ohne aktiv zu werden, oder erscheint es opportun, die häufigen Schwankungen an den Börsen zum Trading zu nutzen?
Da es sich um Diskussionen unter privaten Investoren handelte, möchte ich betonen, dass Fondsmanager mit ihrer von Grund auf anders konzipierten Anlagepolitik - rechtliche und sonstige formelle Restriktionen - außen vor blieben. Anders konzipiert, das bedeutet konkret, strengen Vorgaben zu unterliegen. Diesbezüglich verdienen private Investoren im Gegensatz zu Fondsmanagern einen dicken Pluspunkt, weil sie mit ihrem Vermögen schalten und walten können, wie sie wollen. Und um die Frage nach dem Durchhalten kontra Trading zu beantworten: Es kommt darauf an, über welche Anlagen jemand verfügt, welchem Ziel sie dienen und wie viel Zeit einschließlich Know-how zur Verfügung steht, um sie sinnvoll zu managen.
Werden wir nun anhand von Beispielen konkret. Angenommen, da sitzt jemand auf hohen Beständen an physischem Gold und Silber. Dann spricht der im Jahr 2001 begonnene, von 2011 bis 2015 unterbrochene und 2016 wieder aufgenommene Megatrend der Edelmetalle bis auf Weiteres dafür, sie zu behalten. Allerdings ohne zu vergessen, sich in einer Art Trockenübung - beobachten und recherchieren - rechtzeitig auch mit anderen Anlageklassen zu beschäftigen, vorrangig mit Aktien, um nach deren nächstem kräftigeren Kursrückgang rechtzeitig ein Gefühl dafür zu bekommen, welche dann besonders lukrativ zu sein versprechen.
Ich meine hier Aktien außerhalb des Edelmetallsektors und habe mir dazu angewöhnt, schon jetzt die relevanten Daten von mehr als 100 internationalen Aktien laufend zu verfolgen, um auf spätere Schnäppchenkäufe rechtzeitig vorbereitet zu sein.
Bisher ist ein größerer Kursrückgang der gängigen Aktien ausgeblieben. Das liegt im Wesentlichen daran, dass die EZB im Verein mit den anderen großen Notenbanken für viel Geld aus dem Nichts sorgt, also für Liquidität. Sobald sie den Geldhahn zudreht, werden Gewinnmitnahmen der Großanleger einsetzen. Zumal die andere Komponente der Aktienkursentwicklung, ein ganzes Bündel von fundamentalen Daten (Rentabilität, Kurs-Gewinn-Verhältnis, Verschuldungsgrad u.a.) dann mangels positiver Aspekte Aktienverkäufe auslösen dürfte.
Die Kurse von Gold- und Silberaktien folgen bekanntlich anderen Gesetzmäßigkeiten als die der Aktien aus Indizes wie der Dax-Familie, aus Euro Stoxx, Standard & Poor's und so weiter. Entscheidend sind vor allem die Kosten der Minen einschließlich der Hebelwirkung, die sie auf die Kurse ausüben, außerdem der Gold- und Silbergehalt des Gesteins, das man aus dem Boden holt, die Qualität (Erfahrung) der Manager und die politische Stabilität eines Landes, in dem sich die Minen befinden. Allein schon diese Faktoren sorgen für eine hohe Volatilität (starke Schwankung) der Minenaktienkurse.
Rechtfertigen sie das Trading, also rein, raus, wieder rein und wieder raus? Meine Erfahrung sagt mir: eher nein. Bevor ich damit einen Sturm der Entrüstung unter Tradern auslöse, folgt hier ein Beispiel aus der Zeit nach dem Anstieg des Goldpreises in diesem Jahr über 1200 Dollar je Feinunze, die international übliche Messlatte: erster Höhepunkt im März dieses Jahres bei 1250 Dollar, zweiter Höhepunkt im Mai bei 1280 Dollar, dann Rückgang bis 1210 Dollar und schließlich erneuter Anstieg zunächst auf 1290 und nach kurzer Pause auf 1366 Dollar, danach bis heute Schwankungen zwischen 1310 und 1330 Dollar.
Die Kurse der Minenaktien sind während dieser Zeit mitgeschwankt, die der Branchengrößen Barrick und Newmont sowie der Royalty- bzw. Streaming-Spezialisten Royal Gold und Silver Wheaton beachtlich, die der ganz heißen Aktien der Edelmetallbranche, wie DRD Gold, Sibanye oder First Majestic, sogar raketenartig. Trader hätten zwei Aufgaben lösen müssen, um bei dem kräftigen Auf und Ab der Kurse mehr Gewinn herauszuschlagen als geduldige Anleger, die - einmal eingestiegen - die Kursentwicklung einfach nur auf sich zukommen ließen: Trader mussten sowohl die richtigen Aktien als auch das richtige Timing erwischen. Da kann ich nur sagen: Viel Glück!
Das Ganze erinnert mich an die Vielzahl von Anlegern, die behaupten, mit zehn mal zehn Prozent Gewinn bessere Ergebnisse erzielen zu können als mit einmal hundert Prozent. Dabei handelt es sich um einen eklatanten Widerspruch in sich. Denn um die richtigen Aktien zu erwischen, müsste man im ersten Fall zehnmal soviel recherchieren wie im zweiten - es sei denn, die Recherchen bleiben derart oberflächlich, dass sie sich im ersten Fall jeweils nur über ein Zehntel der Zeit erstrecken.
Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass es sich bei den Zehn-mal-zehn-Spekulanten mit hoher Wahrscheinlichkeit um Chartisten handelt, denen zeitraubend zu recherchierende fundamentale Daten zuwider sind, dagegen bei den Ein-mal-hundert-Anlegern um Fundamentalisten, die am liebsten Bilanzen durchleuchten, Zwischenberichte studieren, die Glaubwürdigkeit von Managern testen und im Fall von Minenaktien auch schon mal vor Ort überprüfen, ob die vermeintlichen Aktiva nur aus lauter wertlosen Bohrlöchern bestehen.
Zwischenfazit: Behalten Sie bis auf Weiteres ihre Minenaktien, Ihr physisches Gold und Silber darüber hinaus. Verfolgen und recherchieren Sie die Aktienmärkte anhand einer Auswahl an sonstigen Aktien, die je nach der Zeit, die Sie sich dafür nehmen können, von einem Dutzend bis zu mehr als hundert reichen kann. Achten Sie dabei besonders auf die Geldpolitik der Notenbanken und auf die fundamentalen Daten der der Aktien.
Nun noch zu einem weiteren wichtigen Punkt: Im Zuge des enormen Zinsrückgangs während der vergangenen Jahre sind Anleger nicht allein bei der Aktienanlage übermütig geworden, vielmehr haben sie noch viel mehr in Immobilien investiert und sich damit Klumpenrisiken eingehandelt. Solange es um selbst genutzte Immobilien in guter bis bester Lage geht, ist nur wenig dagegen einzuwenden.
Doch für vermietete Objekte sieht die Rechnung anders aus: Hohe Preise, bis zu 6,5 Prozent Grunderwerbsteuer und ein Justizminister, der mittels Mietpreisbremse wohl am liebsten alle Vermieter zu potenziellen Immobilienhaien erklären möchte, lassen die Hoffnung auf nachhaltige Mietrenditen schmelzen wie Schnee in der Sonne.
Also lautet das abschließende Fazit: Neben dem kurzfristigen Trading gibt es auch ein langfristiges, und das spricht dafür, dass Sie mit Blick auf Ihre vermieteten Immobilien tabula rasa machen und zumindest einen Teil von ihnen verkaufen sollten.
© Manfred Gburek www.gburek.eu
Manfred Gburek ist neben seiner Funktion als Kolumnist privater Investor und Buchautor.
Montag, 25. Juli 2016
Dienstag, 5. Juli 2016
Andy Hoffman - Historischer Brandherd!
Andy Hoffman von Miles Franklin sprach im Interview mit SGT Report jüngst ausführlich über die aktuelle Lage an den Finanzmärkten. Zu den Themen des Gesprächs gehören die Reaktion von Gold, Silber und des Britischen Pfunds auf den Ausgang des Brexit-Referendums, die Entwicklungen an der Comex und die Zinspolitik der Zentralbanken.
Weiterhin geht der Finanzexperte auf die missliche Lage der Banken ein, allen voran der Deutschen Bank, die er als 'Lehman Europas' bezeichnet.
"Wir befinden uns an einem historischen Siedepunkt. […] Es existiert buchstäblich nur noch ein winzig kleines Zeitfenster für die Menschen, sich zu schützen, bevor die Hölle ausbricht."
Dienstag, 5. Juli 2016
Donnerstag, 16. Juli 2015
Die nächste globale Rezession ist Made in China
„Die nächste globale Rezession ist Made in China“, sagt Sharma im Interview in der Bloomberg-Zentrale in New York. „In den nächsten Jahren werden die wunden Punkte für die Weltwirtschaft wohl vor allem in China liegen.“
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Donnerstag, 16. Juli 2015
Montag, 25. Mai 2015
Darum soll das Bargeld weg
Die Idee, das Bargeld abzuschaffen, beruht entweder auf einem "Denkfehler", oder sie entspringt einer Allmacht-Staatsfantasie.
Führende amerikanische Ökonomen plädieren seit geraumer Zeit für die Abschaffung des Bargeldes. Zum einen, so wird argumentiert, um Steuerhinterziehung und Schwarzmarkt-Aktivitäten das Wasser abzugraben.
Zum anderen, und das ist der eigentliche Grund, um der Politik der Negativzinsen zur "vollen Wirksamkeit" zu verhelfen.
Wenn die Zentralbank die Einlagenzinsen in den negativen Bereich drückt, werden Bankeinlagen entwertet. Die Bankkunden können sich dieser Repressalie jedoch entziehen, wenn sie sich - was derzeit noch möglich ist - ihre Sichtguthaben in Bargeld auszahlen lassen und das Geld mit nach Hause nehmen und in den Tresor stecken. Dieser "Fluchtweg" wäre natürlich versperrt, wenn das Bargeld abgeschafft wird. Zwar kann der eine oder andere sich seiner Bankguthaben entledigen, indem er zum Beispiel Aktien oder Häuser kauft. Aber das Bankguthaben landet dann eben bei denjenigen, die Aktien oder Häuser verkauft haben. Das Geld bleibt im "System" und kann durch die Negativzinspolitik entwertet werden, wenn es kein Bargeld mehr gibt.
Warum das Ganze?
Die offiziell verkündete Idee ist, dass der "richtige" (das heißt der "gleichgewichtige") Zins nunmehr negativ sei. Die Zentralbank müsse fortan einen Negativzins setzen, um Wachstum und Beschäftigung zu fördern. Das aber sei eben nur möglich, wenn das Bargeld abgeschafft wird - aus den oben genannten Gründen.
Bei genauer und kritischer Betrachtung kann diese Argumentation aber nicht überzeugen. Es ist schlichtweg Unfug zu behaupten, der gleichgewichtige Zins einer Volkswirtschaft könne - aus welchen Gründen auch immer - negativ sein oder werden. Der gleichgewichtige (Real-)Zins ist immer und überall positiv. Handelt es sich bei der Forderung nach Abschaffung des Bargeldes schlichtweg um einen "Denkfehler"? Das ist möglich. Aber die Befürworter der Bargeldabschaffung sind schlaue Leute, und daher mag es eine andere Erklärung geben. Die Schuldenlasten von Staaten und vor allem auch von vielen Banken sind mittlerweile erdrückend hoch, so dass an eine aufrichtige Begleichung der Schulden nicht mehr zu denken ist. Ließe sich ein Negativzins durchsetzen, so würde das helfen, die Schuldenlasten zu senken. Beispielsweise würden Negativzinsen dafür sorgen, dass die Bankeinlagen (die ja Schulden der Banken sind) "wegschrumpfen".
Könnte man gar noch Kreditgeber dazu bewegen, Kredite mit negativen Zinsen zu vergeben, so wäre auch das eine Erleichterung für die Schuldner: Eine Verschuldung zu derartigen Konditionen würde sie entschulden. Aber niemand, der bei Sinnen ist, würde noch bei Negativzinsen sparen. Wenn man keinen Zins mehr verdienen kann, hört auch das Investieren auf. Es kommt zum Kapitalverzehr, der die künftigen Einkommen schwinden lässt. Der Leser ahnt es bereits: Ein Negativzins steht für eine verkehrte, für eine irrsinnige Welt. Er ist mit einer arbeitsteiligen, produktiven Wirtschaft ganz und gar unvereinbar. Die Marktwirtschaft - die für eine friedvolle und produktive Kooperation der Menschen sorgt - ist auf Sparen und Investieren angewiesen, und ohne einen positiven Zins wird nicht gespart und investiert. Die Befürworter der Negativzinspolitik (zu deren Durchsetzung das Bargeld abzuschaffen ist) sind offensichtlich bereit, die Marktwirtschaft einzuschränken oder gar zu opfern (zumindest für eine gewisse Zeit).
Dazu passt eine weitere Konsequenz, die das Abschaffen des Bargeldes hätte. Dazu muss man wissen, dass das Bargeld dazu beiträgt, den Staat im Zaume zu halten, seinem unbändigen Drang zur Expansion Schranken zu setzen. Denn wenn der Staat zu aggressiv vorgeht - etwa in Form von Steuererhebungen -, haben die Bürger mit Bargeldzahlungen die Möglichkeiten, sich seinen Drangsalierungen wirkungsvoll zu entziehen.
Ohne Bargeld ist das nicht mehr möglich, und dann fällt wohl die letzte Zurückhaltung des Staates. Er kann ungehemmt dazu übergehen, Steuern zu erhöhen und die Kontobewegungen der Bürger zu überwachen. Es ist dann nur noch ein ganz kleiner Schritt, bis der Staat entscheiden kann, wer was kaufen und wer wohin reisen darf. Dass man dabei unweigerlich an George Orwells "Big Brother"-Dystopie denkt, kommt nicht von ungefähr. Bei all dem geht es nicht darum, das Bargeld gegen Innovationen im Zahlungsverkehr zu schützen.
Das Problem ist vielmehr das Folgende: Der Staat hat sich zum Monopolisten der Geldproduktion aufgeschwungen. Wenn nun aber der Staat das Verwenden von Bargeld per Zwang untersagt, haben die Geldbenutzer keinerlei Möglichkeit, dass ihr Wunsch nach Bargeld von anderen Geldanbietern erfüllt wird. Sie sind dem Staat hilflos ausgeliefert. Ohne Bargeld wäre die finanzielle Privatsphäre der Bürger vollends dahin - weil der Staat die Banken veranlassen würde, in seinem und nicht im Interesse der Bankkunden zu handeln.
Was auch immer die Gründe sind, das Bargeld abschaffen zu wollen, ob es ein "Denkfehler" ist oder einer Allmacht-Staatsfantasie entspringt: Ein solches Vorhaben in die Tat umgesetzt, verspricht nichts Gutes. Es ist denkbar, dass bald immer mehr Regierungen (wie bereits hier und da geschehen) die Barzahlungen begrenzen werden. Kleinteilige Zahlungen auf dem Wochenmarkt und im Restaurant bleiben weiterhin möglich. Größere Barabhebungen hingegen werden begrenzt - etwa indem Banknoten mit großen Beträgen aus dem Verkehr gezogen werden und durch Banknoten mit kleineren Beträgen ersetzt werden. Werden die Maßnahmen, die eine Bargeldverwendung entmutigen sollen, in kleinen Dosen nach und nach auf den Weg gebracht, dürfte es den Bürgern schwer fallen, einer solchen Entwicklung wirksam entgegenzutreten.
Was Sie über das Bargeld wissen sollten
Bargeld besteht aus Banknoten und Münzen. Die Banknoten werden von den Zentralbanken in Umlauf gegeben, während die Münzen von den Nationalstaaten in Umlauf gebracht werden. Im Euroraum ist das Euro-Bargeld das gesetzliche Zahlungsmittel: Auf Grund gesetzlicher Regelung muss es von jedermann zur Tilgung einer Geldschuld akzeptiert werden. Auf Euro lautende Banknoten sind das einzige unbeschränkte gesetzliche Zahlungsmittel. Euro-Münzen hingegen sind beschränkte gesetzliche Zahlungsmittel, da niemand verpflichtet ist, mehr als 50 Münzen oder Münzen im Wert von über 200 Euro anzunehmen.
Wenn eine Bank ein Guthaben bei der Zentralbank (EZB oder Deutsche Bundesbank) unterhält, kann sie es jederzeit in Bargeld eintauschen. Bankkunden haben das Recht, ihre täglich fälligen Sichtguthaben jederzeit in Bargeld umzuwandeln, und zwar jederzeit und in voller Höhe.
Das setzt natürlich voraus, dass die Bank auch so viel Geld in der Kasse hat, um die Bargeldauszahlungswünsche ihrer Kunden auch bedienen zu können. Kommen Zweifel an der Zahlungsfähigkeit der Bank auf, ist das in der Regel der Startschuss für einen "Bank-Run".
© Prof. Dr. Thorsten Polleit
Quelle: Auszug aus dem Marktreport der Degussa Goldhandel GmbH
Wenn die Zentralbank die Einlagenzinsen in den negativen Bereich drückt, werden Bankeinlagen entwertet. Die Bankkunden können sich dieser Repressalie jedoch entziehen, wenn sie sich - was derzeit noch möglich ist - ihre Sichtguthaben in Bargeld auszahlen lassen und das Geld mit nach Hause nehmen und in den Tresor stecken. Dieser "Fluchtweg" wäre natürlich versperrt, wenn das Bargeld abgeschafft wird. Zwar kann der eine oder andere sich seiner Bankguthaben entledigen, indem er zum Beispiel Aktien oder Häuser kauft. Aber das Bankguthaben landet dann eben bei denjenigen, die Aktien oder Häuser verkauft haben. Das Geld bleibt im "System" und kann durch die Negativzinspolitik entwertet werden, wenn es kein Bargeld mehr gibt.
Warum das Ganze?
Die offiziell verkündete Idee ist, dass der "richtige" (das heißt der "gleichgewichtige") Zins nunmehr negativ sei. Die Zentralbank müsse fortan einen Negativzins setzen, um Wachstum und Beschäftigung zu fördern. Das aber sei eben nur möglich, wenn das Bargeld abgeschafft wird - aus den oben genannten Gründen.
Bei genauer und kritischer Betrachtung kann diese Argumentation aber nicht überzeugen. Es ist schlichtweg Unfug zu behaupten, der gleichgewichtige Zins einer Volkswirtschaft könne - aus welchen Gründen auch immer - negativ sein oder werden. Der gleichgewichtige (Real-)Zins ist immer und überall positiv. Handelt es sich bei der Forderung nach Abschaffung des Bargeldes schlichtweg um einen "Denkfehler"? Das ist möglich. Aber die Befürworter der Bargeldabschaffung sind schlaue Leute, und daher mag es eine andere Erklärung geben. Die Schuldenlasten von Staaten und vor allem auch von vielen Banken sind mittlerweile erdrückend hoch, so dass an eine aufrichtige Begleichung der Schulden nicht mehr zu denken ist. Ließe sich ein Negativzins durchsetzen, so würde das helfen, die Schuldenlasten zu senken. Beispielsweise würden Negativzinsen dafür sorgen, dass die Bankeinlagen (die ja Schulden der Banken sind) "wegschrumpfen".
Könnte man gar noch Kreditgeber dazu bewegen, Kredite mit negativen Zinsen zu vergeben, so wäre auch das eine Erleichterung für die Schuldner: Eine Verschuldung zu derartigen Konditionen würde sie entschulden. Aber niemand, der bei Sinnen ist, würde noch bei Negativzinsen sparen. Wenn man keinen Zins mehr verdienen kann, hört auch das Investieren auf. Es kommt zum Kapitalverzehr, der die künftigen Einkommen schwinden lässt. Der Leser ahnt es bereits: Ein Negativzins steht für eine verkehrte, für eine irrsinnige Welt. Er ist mit einer arbeitsteiligen, produktiven Wirtschaft ganz und gar unvereinbar. Die Marktwirtschaft - die für eine friedvolle und produktive Kooperation der Menschen sorgt - ist auf Sparen und Investieren angewiesen, und ohne einen positiven Zins wird nicht gespart und investiert. Die Befürworter der Negativzinspolitik (zu deren Durchsetzung das Bargeld abzuschaffen ist) sind offensichtlich bereit, die Marktwirtschaft einzuschränken oder gar zu opfern (zumindest für eine gewisse Zeit).
Dazu passt eine weitere Konsequenz, die das Abschaffen des Bargeldes hätte. Dazu muss man wissen, dass das Bargeld dazu beiträgt, den Staat im Zaume zu halten, seinem unbändigen Drang zur Expansion Schranken zu setzen. Denn wenn der Staat zu aggressiv vorgeht - etwa in Form von Steuererhebungen -, haben die Bürger mit Bargeldzahlungen die Möglichkeiten, sich seinen Drangsalierungen wirkungsvoll zu entziehen.
Ohne Bargeld ist das nicht mehr möglich, und dann fällt wohl die letzte Zurückhaltung des Staates. Er kann ungehemmt dazu übergehen, Steuern zu erhöhen und die Kontobewegungen der Bürger zu überwachen. Es ist dann nur noch ein ganz kleiner Schritt, bis der Staat entscheiden kann, wer was kaufen und wer wohin reisen darf. Dass man dabei unweigerlich an George Orwells "Big Brother"-Dystopie denkt, kommt nicht von ungefähr. Bei all dem geht es nicht darum, das Bargeld gegen Innovationen im Zahlungsverkehr zu schützen.
Das Problem ist vielmehr das Folgende: Der Staat hat sich zum Monopolisten der Geldproduktion aufgeschwungen. Wenn nun aber der Staat das Verwenden von Bargeld per Zwang untersagt, haben die Geldbenutzer keinerlei Möglichkeit, dass ihr Wunsch nach Bargeld von anderen Geldanbietern erfüllt wird. Sie sind dem Staat hilflos ausgeliefert. Ohne Bargeld wäre die finanzielle Privatsphäre der Bürger vollends dahin - weil der Staat die Banken veranlassen würde, in seinem und nicht im Interesse der Bankkunden zu handeln.
Was auch immer die Gründe sind, das Bargeld abschaffen zu wollen, ob es ein "Denkfehler" ist oder einer Allmacht-Staatsfantasie entspringt: Ein solches Vorhaben in die Tat umgesetzt, verspricht nichts Gutes. Es ist denkbar, dass bald immer mehr Regierungen (wie bereits hier und da geschehen) die Barzahlungen begrenzen werden. Kleinteilige Zahlungen auf dem Wochenmarkt und im Restaurant bleiben weiterhin möglich. Größere Barabhebungen hingegen werden begrenzt - etwa indem Banknoten mit großen Beträgen aus dem Verkehr gezogen werden und durch Banknoten mit kleineren Beträgen ersetzt werden. Werden die Maßnahmen, die eine Bargeldverwendung entmutigen sollen, in kleinen Dosen nach und nach auf den Weg gebracht, dürfte es den Bürgern schwer fallen, einer solchen Entwicklung wirksam entgegenzutreten.
Was Sie über das Bargeld wissen sollten
Bargeld besteht aus Banknoten und Münzen. Die Banknoten werden von den Zentralbanken in Umlauf gegeben, während die Münzen von den Nationalstaaten in Umlauf gebracht werden. Im Euroraum ist das Euro-Bargeld das gesetzliche Zahlungsmittel: Auf Grund gesetzlicher Regelung muss es von jedermann zur Tilgung einer Geldschuld akzeptiert werden. Auf Euro lautende Banknoten sind das einzige unbeschränkte gesetzliche Zahlungsmittel. Euro-Münzen hingegen sind beschränkte gesetzliche Zahlungsmittel, da niemand verpflichtet ist, mehr als 50 Münzen oder Münzen im Wert von über 200 Euro anzunehmen.
Quelle: Thomson Financial, eigene Berechnungen
Wenn eine Bank ein Guthaben bei der Zentralbank (EZB oder Deutsche Bundesbank) unterhält, kann sie es jederzeit in Bargeld eintauschen. Bankkunden haben das Recht, ihre täglich fälligen Sichtguthaben jederzeit in Bargeld umzuwandeln, und zwar jederzeit und in voller Höhe.
Das setzt natürlich voraus, dass die Bank auch so viel Geld in der Kasse hat, um die Bargeldauszahlungswünsche ihrer Kunden auch bedienen zu können. Kommen Zweifel an der Zahlungsfähigkeit der Bank auf, ist das in der Regel der Startschuss für einen "Bank-Run".
Die geschriebenen Gesetze sind in den Augen der Funktionäre Hindernisse, die bloß errichtet wurden, um Schurken vor den berechtigten Ansprüchen der Gesellschaft zu schützen. Warum sollte ein Krimineller der Bestrafung entgehen, nur weil der "Staat" bei seiner Verfolgung ein paar nebensächliche Formalitäten verletzte? Warum sollte ein Mensch geringere Steuern zahlen, nur weil es eine Lücke im Steuergesetz gibt? Warum sollten Rechtskundige ihren Lebensunterhalt durch Ratschläge verdienen, wie die Unvollkommenheiten des geschriebenen Gesetzes ausgenutzt werden können?
Wozu dienen all diese Beschränkungen, die den ehrlichen, auf das Glück des Volkes zielenden Bestrebungen des Staatsbeamten vom geschriebenen Gesetz auferlegt werden? Wenn es bloß keine Verfassungen gäbe, keine Menschenrechte, Gesetze, Parlamente und Gerichte! Keine Zeitungen und keine Rechtsanwälte! Wie schön wäre die Welt, wenn der "Staat" nur frei wäre, alle Mißstände zu heilen! Es liegt nur ein Schritt zwischen solch einer Mentalität und dem vollkommenen Totalitarismus Stalins und Hitlers.
Ludwig von Mises (2004 [1944]), Die Bürokratie, S. 84
© Prof. Dr. Thorsten Polleit
Quelle: Auszug aus dem Marktreport der Degussa Goldhandel GmbH
Montag, 25. Mai 2015
Montag, 27. April 2015
Bitcoin - Warum ist der Kurs so tief?
Die Krypto-Währung BITCOIN hat schon für eine Menge Furore gesorgt - erst war es eine Währung der Nerds und Hacker, dann der Waffen- und Drogendealer und schließlich hieß es Bitcoin würde sogar den US-Dollar ersetzen - der Kurs stieg auf über 1.000 Dollar und kurzzeitig war 1 Bitcoin teurer als 1 Feinunze Gold.Der Fall der Krypto-Währung ließ nicht lange auf sich warten und wir blicken zurück auf eine 17-monatige Abwärtsphase. Der Preis stabilisierte sich nach einiger Zeit oberhalb von 200 Dollar. Schon der Tod von Bitcoin wurde verkündet. Doch ganz im Gegenteil.
Gleichzeitig mit dem Preisverfall verdoppelte sich das Transaktionsvolumen von Bitcoin im Bitcoin-Netzwerk. Das bedeutet Bitcoin wird von einem spekulativen Investment allmählich zu einem echten Zahlungsmittel für alltägliche Transaktionen.
Der Zahlungsdienstleister BitPay hält die Entwicklung und den Kursrückgang für einen natürlichen Prozess der sogar vorherzusehen war und verursacht wird durch das beträchtliche Wachstum der Bitcoin-Wirtschaft.
Am Anfang der Bitcoin-Ära gab es so gut wie keine Möglichkeiten etwas mit Bitcoins zu bezahlen. Die User haben viel mehr Bitcoins gekauft als sie ausgeben konnten. Aber mittlerweile kann man Hotelzimmer, Flüge, Schuhe und sogar Immobilien mit Bitcoin bezahlen - und das geschieht immer öfter.
Seit Anfang 2015 gibt es schon 100.000 Händler auf der ganzen Welt, die Bitcoins annehmen. Manche von ihnen behalten einen Teil der Einnahmen in Bitcoin, die meisten konvertieren ihre Bitcoin-Einnahmen sofort in Dollar/Euro oder andere Fiat-Währungen um ihre Verbindlichkeiten zu begleichen. Das erklärt den starken Abwärts-Schwung des Kurses - es machen einfach mehr Bitcoin die Runde.
Darüber hinaus wird der Markt noch über die sog. Miner mit Bitcoin geflutet. Die gesamte Menge an möglichen Bitcoin ist noch nicht vollständig geschöpft - der Prozess dauert noch an. Das energieintensive Schöpfen der Bitcoins führt dazu, dass ein Großteil der neu geschöpften Bitcoins in Fiat-Währungen getauscht werden müssen - um Stromrechnungen und Equipment zu bezahlen.
Die Menge an neu schöpfbaren Bitcoins nimmt aber stetig ab und 2016 wird sie sich halbiert haben. Von 25 auf 12,5 neuen Bitcoins pro Minute. Es kann erwartet werden, dass durch diese Verknappung des Angebots ein Preisanstieg folgen wird.
In Abb. 1 kann man deutlich den Anstieg des Transaktionsvolumens der Käufe, die mit in Bitcoin abgewickelt wurden erkennen.
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Montag, 27. April 2015
Donnerstag, 23. April 2015
Noch tiefere Zinsen in Zukunft - Bargeld adé ?
Was vielen Sparern die Zornesröte ins Gesicht treibt gilt unter vielen Ökonomen und Notenbankern als die Lösung aller Probleme: noch tiefere Zinsen. Noch niedrigeren Zinsen steht vor allem eines im Weg - Bargeld.Kann man es abschaffen, dann wären Zinsen leicht weiter zu senken, aber lässt sich Bargeld überhaupt abschaffen? Vor einigen Monaten waren es wilde Theorien, die man schon fast als Verschwörungstheorien abtun konnte. Inzwischen sind es keine wilden Theorien mehr, sondern fast schon gesetzte Sache: die Abschaffung des Bargeldes.
mehr...
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Donnerstag, 23. April 2015
Mittwoch, 22. April 2015
Marc Faber - Aussage zur Wirtschaftslage
CNBC veröffentlichte Anfang der Woche ein Interview mit Investmentkoryphäe Marc Faber. Der Autor und Herausgeber des Gloom, Boom and Doom Reports erklärt in dem Gespräch, dass er entgegen der Angaben des IWF der Meinung ist, dass die globale Wirtschaft sich nicht verbessert sondern vielmehr verschlechtert.
Laut Faber hätten die Zinssätze schon vor langer Zeit erhöht werden müssen, um die Märkte weiter korrigieren zu lassen und z.B. Immobilien erschwinglicher zu machen. Realeinkommen seinen in den vergangenen 15 Jahren in den USA für den Durchschnittshaushalt gesunken. Stattdessen hätten sie steigen müssen, um eine gewisse Erschwinglichkeit beispielsweise im Wohnungsmarkt zu erzeugen.
Den US-Aktienmarkt hält der Investmentexperte im Vergleich zu beispielsweise dem europäischen Markt für absolut unattraktiv.
Nach der größten Blase gefragt ist sich Faber sicher: "Die größte Blase ist der Glaube daran, dass die Zentralbanker wissen was sie tun. Denn sie haben keine Ahnung."
GoldSeiten.de vom 22.04.2015
Laut Faber hätten die Zinssätze schon vor langer Zeit erhöht werden müssen, um die Märkte weiter korrigieren zu lassen und z.B. Immobilien erschwinglicher zu machen. Realeinkommen seinen in den vergangenen 15 Jahren in den USA für den Durchschnittshaushalt gesunken. Stattdessen hätten sie steigen müssen, um eine gewisse Erschwinglichkeit beispielsweise im Wohnungsmarkt zu erzeugen.
Den US-Aktienmarkt hält der Investmentexperte im Vergleich zu beispielsweise dem europäischen Markt für absolut unattraktiv.
Nach der größten Blase gefragt ist sich Faber sicher: "Die größte Blase ist der Glaube daran, dass die Zentralbanker wissen was sie tun. Denn sie haben keine Ahnung."
GoldSeiten.de vom 22.04.2015
Mittwoch, 22. April 2015
Freitag, 17. April 2015
DAX - Einbruch von 12.390 auf ~11.800
Der DAX zum Ende der Woche kräftig eingebrochen. Die Unsicherheit über den Verbleib Griechenlands in der Eurozone aber auch die Zahlungsfähigkeit bereitet den Investoren anscheinend Sorgen.
Aber auch der amerikanische S&P500 startet deutlich geschwächt. Gewinner sind vermeintlich sichere Werte wie Staatsanleihen aber auch Gold und sichere Aktien.
Bei einem umfassenden Zahlungsausfalles Griechenlands, würde Liquidität wahrscheinlich bei einigen Investoren eng werden. Alle die griechische Staatsanleihen als Sicherheit beliehen haben werden gezwungen sein Positionen glatt zu stellen, dass kann für einige Veränderungen am Aktienmarkt sorgen. Für den Euro wäre es vermutlich ein positives Signal, da die Unsicherheit über die Höhe möglicher Verbindlichkeiten der EZB beseitigt werden würde. Eine faire Bewertung des Euros wäre wieder ohne großartige Spekulation möglich und vermutlich stärker als jetzt von den Märkten antizipiert.
Gewinner ist auch China mit dem FTSE Xinhuan und dem Shanghai Comp. welche beide mit +2% ordentlich zulegen konnten. Obwohl die chinesische Hausse schon DAX und S&P500 hinter sich gelassen hat, sieht es vorerst nicht nach einer Korrektur aus (Abb. 1).
Abb. 1 - Aktienindizes weltweit im Vergleich
Anleger orientieren sich verstärkt in sichere Papiere wie Bundesanleihen - die jedoch eine Rendite von 0,076 % versprechen. Auch profitieren konnten Gold und Silber - in Euro ohnehin schon +15% seit Jahresbeginn.
Wird sich die Korrektur fortsetzen?
Die Wahrscheinlichkeit einer größeren Korrektur halte ich für sehr gering - aus den altbekannten Gründen. Es gibt keine Alternativen am Markt für eine Rendite über 1%. Alles was Sicherheit verspricht - wie Staatsanleihen und Rentenpapiere - sind durch die Zinspolitik der Notenbanken derart uninteressant geworden.
Durch Umschichtungen und Liquiditätsengpässe kann es natürlich immer wieder zu mittleren Kursrückgängen kommen - jedoch ist langfristig einfach die Aktie stabiler Unternehmen konkurrenzlos.
Weiterhin ist zu erwarten, dass die großen Finanzhäuser - die noch keine Aktien im Depot haben umdenken werden. Teilweise muss dies politisch freigegeben werden - aber diese Andeutungen gibt es schon. Damit Versicherungen wie die Allianz weiterhin rentabel arbeiten können, braucht es eine höhere Rendite - die gibt es nur für Aktien.
Was bleibt zu tun?
Aktien sind und bleiben trotz temporärer Rücksetzer stark gefragt. Dabei ist wichtig auf stabile Unternehmen mit einer guten Dividendenrendite von ~3-4% pro Jahr zu setzen. Der durchschnittliche Sparer hat dies noch nicht getan - und vermutlich werden die Aktienkurse so weit steigen, bis diese Renditeziele auch am Aktienmarkt utopisch erscheinen.
Die Aktienhausse bis jetzt lief mit nahezu keiner Inflation ab - warten Sie bis die Inflation einsetzt - dann wird es einen Ansturm auf Aktien geben um die Werte zu retten. Dann wird auch Gold und Silber profitieren - vielleicht noch stärker als Aktien. Daher ist es immer sinnvoll auch physisch Gold und Silber in Griffnähe zu halten.
Die beste Strategie derzeit ist es vermutlich dividendenstarke solide Unternehmen zu kaufen, die nicht zu teuer bewertet sind (auf kleines KGV achten) und abwarten. Rücksetzer können immer wieder genutzt werden um nachzukaufen - solange die Rendite stimmt.
Welche Aktien sind noch günstig?
Langfristig spielt es keine große Rolle bei welchem Preis man einsteigt - man hält die Aktie um Dividenden zu erhalten die aus einer gesunden Geschäftstätigkeit stammen. Investieren Sie also in Aktien die ihre Erwartungen an Rendite und Stabilität erfüllen. BASF, Procter&Gamble, Nestlé, Beiersdorf, Allianz oder BMW wäre solche Aktien. Das Geschäftsmodell ist solide und zukunftsfähig, das Management kompetent und die Aktionärsstruktur anlegerfreundlich.
Günstige gibt es trotzdem - zu nennen sind hier vor allem die Telekommunikationsbranche (Verizon, AT&T, IBM) und die Versorger (PPL, AES). Hier locken sehr hohe Dividenden und ein geringes KGV.
Auch derzeit verschmähte Aktien können interessant werden wenn sich die Konjunktur ändert. Rohstoffe, Goldminen, Gas- und Erdölunternehmen sind günstig zu haben.
Auch günstig sind Unternehmen aus dem Bereich Finanzdienstleistungen - ich würde davon aber abraten - da die derzeitige Kreditblase nicht berechenbar ist und man die Risiken der einzelnen Unternehmen nicht kennt. Wenn diese Blase platzt, möchte man sein Geld nicht in den Finanzhäusern dieser Welt angelegt haben.
Aber auch der amerikanische S&P500 startet deutlich geschwächt. Gewinner sind vermeintlich sichere Werte wie Staatsanleihen aber auch Gold und sichere Aktien.
Bei einem umfassenden Zahlungsausfalles Griechenlands, würde Liquidität wahrscheinlich bei einigen Investoren eng werden. Alle die griechische Staatsanleihen als Sicherheit beliehen haben werden gezwungen sein Positionen glatt zu stellen, dass kann für einige Veränderungen am Aktienmarkt sorgen. Für den Euro wäre es vermutlich ein positives Signal, da die Unsicherheit über die Höhe möglicher Verbindlichkeiten der EZB beseitigt werden würde. Eine faire Bewertung des Euros wäre wieder ohne großartige Spekulation möglich und vermutlich stärker als jetzt von den Märkten antizipiert.
Gewinner ist auch China mit dem FTSE Xinhuan und dem Shanghai Comp. welche beide mit +2% ordentlich zulegen konnten. Obwohl die chinesische Hausse schon DAX und S&P500 hinter sich gelassen hat, sieht es vorerst nicht nach einer Korrektur aus (Abb. 1).
Abb. 1 - Aktienindizes weltweit im Vergleich
Anleger orientieren sich verstärkt in sichere Papiere wie Bundesanleihen - die jedoch eine Rendite von 0,076 % versprechen. Auch profitieren konnten Gold und Silber - in Euro ohnehin schon +15% seit Jahresbeginn.
Wird sich die Korrektur fortsetzen?
Die Wahrscheinlichkeit einer größeren Korrektur halte ich für sehr gering - aus den altbekannten Gründen. Es gibt keine Alternativen am Markt für eine Rendite über 1%. Alles was Sicherheit verspricht - wie Staatsanleihen und Rentenpapiere - sind durch die Zinspolitik der Notenbanken derart uninteressant geworden.
Durch Umschichtungen und Liquiditätsengpässe kann es natürlich immer wieder zu mittleren Kursrückgängen kommen - jedoch ist langfristig einfach die Aktie stabiler Unternehmen konkurrenzlos.
Weiterhin ist zu erwarten, dass die großen Finanzhäuser - die noch keine Aktien im Depot haben umdenken werden. Teilweise muss dies politisch freigegeben werden - aber diese Andeutungen gibt es schon. Damit Versicherungen wie die Allianz weiterhin rentabel arbeiten können, braucht es eine höhere Rendite - die gibt es nur für Aktien.
Was bleibt zu tun?
Aktien sind und bleiben trotz temporärer Rücksetzer stark gefragt. Dabei ist wichtig auf stabile Unternehmen mit einer guten Dividendenrendite von ~3-4% pro Jahr zu setzen. Der durchschnittliche Sparer hat dies noch nicht getan - und vermutlich werden die Aktienkurse so weit steigen, bis diese Renditeziele auch am Aktienmarkt utopisch erscheinen.
Die Aktienhausse bis jetzt lief mit nahezu keiner Inflation ab - warten Sie bis die Inflation einsetzt - dann wird es einen Ansturm auf Aktien geben um die Werte zu retten. Dann wird auch Gold und Silber profitieren - vielleicht noch stärker als Aktien. Daher ist es immer sinnvoll auch physisch Gold und Silber in Griffnähe zu halten.
Die beste Strategie derzeit ist es vermutlich dividendenstarke solide Unternehmen zu kaufen, die nicht zu teuer bewertet sind (auf kleines KGV achten) und abwarten. Rücksetzer können immer wieder genutzt werden um nachzukaufen - solange die Rendite stimmt.
Welche Aktien sind noch günstig?
Langfristig spielt es keine große Rolle bei welchem Preis man einsteigt - man hält die Aktie um Dividenden zu erhalten die aus einer gesunden Geschäftstätigkeit stammen. Investieren Sie also in Aktien die ihre Erwartungen an Rendite und Stabilität erfüllen. BASF, Procter&Gamble, Nestlé, Beiersdorf, Allianz oder BMW wäre solche Aktien. Das Geschäftsmodell ist solide und zukunftsfähig, das Management kompetent und die Aktionärsstruktur anlegerfreundlich.
Günstige gibt es trotzdem - zu nennen sind hier vor allem die Telekommunikationsbranche (Verizon, AT&T, IBM) und die Versorger (PPL, AES). Hier locken sehr hohe Dividenden und ein geringes KGV.
Auch derzeit verschmähte Aktien können interessant werden wenn sich die Konjunktur ändert. Rohstoffe, Goldminen, Gas- und Erdölunternehmen sind günstig zu haben.
Auch günstig sind Unternehmen aus dem Bereich Finanzdienstleistungen - ich würde davon aber abraten - da die derzeitige Kreditblase nicht berechenbar ist und man die Risiken der einzelnen Unternehmen nicht kennt. Wenn diese Blase platzt, möchte man sein Geld nicht in den Finanzhäusern dieser Welt angelegt haben.
Freitag, 17. April 2015
Donnerstag, 16. April 2015
Superreiche, Aufgeklärte und der Rest: Warum wir in einer Dreiklassenfinanzwelt leben
von Max Otte
Sehr geehrte Privatanleger,
bei einem Arzt in der Eifel hörte ich den folgenden Spruch: "Bei uns haben Privatpatienten den Anspruch auf eine mindestens genauso gute Behandlung wie Kassenpatienten." Das fand ich klasse. Hier spricht noch das Berufsethos, das Deutschland vor über 100 Jahren zur dynamischsten Volkswirtschaft der Welt gemacht hat. Seinen Job ordentlich machen. Leistung bringen und nicht sofort nach dem Mehrerlös schielen.
Was im Arztberuf besonders wichtig und auch ethisch richtig ist, sollte auch für viele andere Berufe gelten. Leider ist diese Haltung in der Finanzbranche immer seltener. Für sicher weit mehr als die Hälfte aller Deutschen ist seriöse Aktien- und selbst Aktienfondsberatung so gut wie nicht gegeben. Sie befinden sich also in der Situation von Patienten, die bestenfalls noch ärztliche Notversorgung erhalten.
Die meisten sonst von mir durchaus gelobten Volks- und Raiffeisenbanken und Sparkassen bieten lieber Hausprodukte an, als ihren Kunden einen wirklich objektiven Überblick über Aktienfonds zu geben. Von den ca. 1.200 Volks- und Raiffeisenbanken haben nur ungefähr 200 Fremdprodukte im Programm.
Auf die Beratung mit Einzeltiteln haben die meisten Filialbanken sowieso verzichtet. Zu kompliziert sind die Protokollpflichten, zu schnell nehmen die neuen Regeln die Berater in die Haftung.
Ein Vertriebsberater, der sich seit mehr als 25 Jahren im Aktienfondsbereich tummelt, resümiert: "Aktienfonds sind in Deutschland weiter ein Nischenprodukt. Die Leute machen Lebensversicherungen und Bausparverträge."
So wie wir faktisch schon vielerorts eine Zweiklassenmedizin haben, so haben wir auch eine Zwei- oder sogar Dreiklassenfinanzwelt. Die Superreichen lassen alles für sich machen. Die aufgeklärten mit etwas Vermögen können zumindest selbst noch sehen, wo sie bleiben. Hierzu rechne ich die meisten von Ihnen. Und die breite Masse fällt nach wie vor unten durch.
Ich hatte gehofft, in fünfzehn Jahren öffentlicher Auftritte hier an einer Veränderung mitwirken zu können und muss feststellen, dass sich für die breite Mehrheit nichts verändert hat.
Für Sie jedoch kann ich meinen Job ordentlich machen.
Auf gute Investments,
Ihr Prof. Dr. Max Otte
Und auch wir versuchen unseren Job gut zu machen, indem wir Sie informieren und wertvolles Wissen für die Geldanlage in Substanzwerte liefern. Wer versteht wie die Finanzwelt funktioniert, kann sein vermögen schützen und seinen Wohlstand ausbauen.
Das ist die Möglichkeit die uns der Kapitalismus bietet - mit harter Arbeit, Fleiß und dem Bestreben etwas gut zu machen, sein eigenes Leben und das Leben seiner Familie zu verbessern. Wir dürfen nicht vergessen: Der Kapitalismus bietet uns allen die Chance selbst kapitalistisch - also investierend - aktiv zu werden und von den entstehenden Produktivitätssteigerungen zu profitieren.
Donnerstag, 16. April 2015
Montag, 13. April 2015
Interview: Roland Tichy - zum Zustand der deutschen Wirtschaft
Interview mit Roland Tichy zur Verfassung der deutschen Wirtschaft und der deutschen Politik. Tichy schafft es mit klarer Sprache die Missstände zu benennen die Deutschland unter seinen Möglichkeiten halten.
Ist es in Deutschland schon soweit, dass die Wirtschaft nur geduldet wird? Die Regierung in Deutschland lebt in einem Raumschiff ohne Bezug zur realen Wirtschaft. Sie leben von Umverteilung ohne Mehrwert zu schaffen. Trotz der Hindernisse die der Wirtschaft durch Regulierung und Besteuerung in den Weg gestellt werden entwickelt sich durch das Internet eine neue Möglichkeit alte, träge Strukturen aufzubrechen und neuen Wettbewerb in Deutschland zu entfachen - zum Wohle der Bürger.
Ist es in Deutschland schon soweit, dass die Wirtschaft nur geduldet wird? Die Regierung in Deutschland lebt in einem Raumschiff ohne Bezug zur realen Wirtschaft. Sie leben von Umverteilung ohne Mehrwert zu schaffen. Trotz der Hindernisse die der Wirtschaft durch Regulierung und Besteuerung in den Weg gestellt werden entwickelt sich durch das Internet eine neue Möglichkeit alte, träge Strukturen aufzubrechen und neuen Wettbewerb in Deutschland zu entfachen - zum Wohle der Bürger.
Mehr von den auftretenden Personen:
Roland Tichy ...mehr
Sons of Libertas ...mehr
Roland Tichy ist ein deutscher Journalist. Zudem ist er Vorstandsvorsitzender der Ludwig-Erhard-Stiftung und Mitglied im Kuratorium der Johanna-Quandt-Stiftung sowie der Friedrich-August-von-Hayek-Stiftung.
Tichy studierte Volkswirtschaftslehre an der Universität München und schloss dieses als Diplom-Volkswirt ab. Von 1983 bis 1985 war er Mitarbeiter im Planungsstab des Bundeskanzleramtes und arbeitete anschließend als Bonner Korrespondent für die Wirtschaftswoche. Er war stellvertretender Chefredakteur des Wirtschaftsmagazins Capital 1990/91 gehörte Roland Tichy zum Beraterstab des Rundfunkbeauftragten (Rudolf Mühlfenzl) in der „Einrichtung“ (Hörfunk und Fernsehen der DDR) und hatte damit maßgeblichen Einfluss auf die Reform der deutschen Rundfunklandschaft.
Von 1991 bis 1995 war er Chefredakteur des Unternehmermagazins Impulse . Er war erster und einziger Chefredakteur der Zeitschrift Die Telebörse, die von Januar 2000 bis Juni 2002 erschien. Von 2002 bis 2007 war Tichy als Chefredakteur des Magazins Euro tätig.
Im Jahr 2004 wurde Tichy durch seine Teilnahme an der RTL-Karriereshow Big Boss mit Reiner Calmund einem breiteren Publikum bekannt. Von 2007 bis September 2014 war er Chefredakteur des Magazins Wirtschaftswoche. Im Juni 2014 wurde Roland Tichy zum Vorsitzenden der Ludwig-Erhard-Stiftung gewählt.Tichy befürwortet die uneingeschränkte Umsetzung des transatlantischen Freihandelsabkommens TTIP.
2008 wurde er mit dem Ludwig-Erhard-Preis für Wirtschaftspublizistik ausgezeichnet. Als Begründung wurden mehrere Meinungsbeiträge von ihm genannt, unter anderem seine Kritiken an Sozialstaat, Bankempfehlungen, Verteilungspolitik und Konjunkturprogrammen.
Montag, 13. April 2015
Sonntag, 12. April 2015
Verschobene Zinswende - Aktien, Euro, Gold
Anleger treibt derzeit vor allem eine Frage um: Wann erhöht die US-Notenbank Fed die ultraniedrigen Zinsen? Es folgt ein Überblick über die wahrscheinlichen Markt-Reaktionen, sollte die Zinswende in den USA später als erwartet eingeleitet werden. Anleger treibt derzeit vor allem eine Frage um: Wann erhöht die US-Notenbank die Zinsen? Viele Börsianer rechneten bislang im Sommer mit einem ersten Schritt. Es wäre die erste Zinserhöhung seit fast zehn Jahren. Der zuletzt überraschend schwach ausgefallene US-Arbeitsmarktbericht nährte jedoch Zweifel am Zeitplan. Die Fed macht eine Zinserhöhung vor allem von einer nachhaltigen Erholung der US-Wirtschaft abhängig.
In Abbildung 1 sehen Sie eine historische Entwicklung des US-Zinssatzes. Die Nullzins-Phase ist ein wirtschaftspolitische Novum und die Konsequenzen dieser Politik sind nicht vollständig absehbar. Vor allem die hohe Verschuldung der USA und der meisten anderen Industriestaaten lässt die Frage aufkommen, wie eine höhere Zinslast durch die staatlichen Haushalte gefangen werden soll?
Abb.1 - Von der Federal Reserve festgelegter Zinssatz
KURZER DÄMPFER FÜR DEN DAX
Verschiebt die US-Notenbank die Zinswende, könnte das der Dax-Rally zumindest kurzfristig einen Dämpfer verpassen, prognostiziert Andreas Paciorek, Analyst bei CMC Markets. "Vor allem, wenn die spätere Zinswende mit schlechten US-Konjunkturdaten begründet wird." Die Aussicht auf eine schwächelnde amerikanische Wirtschaft könnte die Wall Street und in der Folge auch den deutschen Aktienmarkt belasten. Der Experte hält einen Rutsch des Dax bis auf 11.600 Punkte für denkbar - derzeit pendelt der Leitindex um die Marke von 12.000 Zählern. Grundsätzlich sieht Paciorek den Dax aber durch den schwächeren Euro gut abgesichert.
Es bleibt auch anzumerken, dass die Aktienmärkte in neuerer Zeit positiv auf negative Meldungen reagiert haben, da die Zinsen somit auf niedrigem Niveau bestätigt wurden. Es wäre fraglich ob eine Verschiebung der Zinswende nicht auch diesmal wieder positiv an den Aktienmärkten aufgenommen werden würde. Das Geld muss irgendwo hin um Rendite abzuwerfen - wenn die Zinsen das nicht können bleibt als einzige Alternative der Aktienmarkt. Immobilien und Anleihen sind zu teuer bzw. ihre Rendite zu niedrig und ausgefallene Märkte wie Kunst, Whisky oder Oldtimer viel zu klein um die Masse an Dollars internationaler Investoren aufnehmen zu können.
Der deutsche Leitindex gilt als Profiteur der anhaltenden Euro -Schwäche, da ein niedriger Euro-Kurs die Geschäfte der deutschen Exportindustrie ankurbelt. Seit Jahresbeginn hat der Dax, der zuletzt von einem Rekord zum nächsten eilte, mehr als 20 Prozent gewonnen. Aus Sicht von Commerzbank-Analyst Thorsten Grisse dürfte auch die Aufwertung des Euro im Falle einer späteren US-Zinserhöhung dem Leitindex keine größeren Probleme bereiten. Die Gemeinschaftswährung sei so stark gefallen, dass die Unternehmen selbst bei einem wieder festeren Euro noch immer einen guten Puffer zu den Euro-Prognosen hätten, mit denen sie selbst kalkulierten. "Insofern sind die Erwartungen für die Ergebnisse europäischer Konzerne weiter sehr vielversprechend."
EURO KÖNNTE PROFITIEREN - ABER VERMUTLICH NUR KURZFRISTIG
Bei einer späteren Zinserhöhung in den USA wird der Dollar erst einmal das Nachsehen haben. Der Euro könnte bis auf 1,13 Dollar zulegen, erklärt Analyst Sebastian Sachs von der Metzler Bank. Derzeit notiert er bei rund 1,0750 Dollar. Commerzbank-Analyst Ulrich Leuchtmann hält vor allem Tempo und Ausmaß der US-Zinswende für die Kursentwicklung beim Dollar entscheidend. "Der Zeitpunkt der Zinserhöhung ist nicht so wichtig, wie die Frage, in welchen Schritten und bis wohin die Fed die Zinsen erhöht." Eine hohe Verzinsung macht die US-Währung für Investoren attraktiver.
Sollte die Fed vorerst ganz auf die Zinswende verzichten, könnte der Euro Leuchtmann zufolge bis auf 1,20 oder 1,30 Dollar klettern. Aufgrund der ultralockeren Geldpolitik in der Euro-Zone sei es allerdings unwahrscheinlich, dass die Gemeinschaftswährung dann ihr Hoch vom Mai 2014 von knapp 1,40 Dollar erreiche.
Die EZB will bis September 2016 monatlich für 60 Milliarden Euro Wertpapiere kaufen. Dagegen hat die Fed die Notenpresse schon im vorigen Jahr gestoppt. Dies hat den Dollar seit Mai 2014 in der Spitze über 20 Prozent in die Höhe katapultiert.
Eine spätere US-Zinswende sollte die Gold -Kurse kurzfristig nach oben treiben, denn Investoren dürften sich das Edelmetall zur Absicherung gegen Inflationsgefahren ins Depot legen. Zudem macht eine fallende US-Währung das gelbe Metall für Anleger aus dem Nicht-Dollar-Raum günstiger. Denn Gold wird an den internationalen Rohstoffmärkten in Dollar gehandelt.
Derzeit liegt der Preis für das Edelmetall bei rund 1200 Dollar je Feinunze. Im September 2011 - auf dem Höhepunkt der Finanz- und Euro-Schuldenkrisen - hatte die Feinunze mit 1920,30 Dollar ein Rekordhoch aufgestellt.
REUTERS
Sonntag, 12. April 2015
Samstag, 28. März 2015
Das bessere Leben als "Privatier"
Im Prinzip ist der Zweck dieses Blogs Ihnen dabei zu helfen nicht mehr arbeiten gehen zu müssen. Es gibt Menschen die können ihr Leben damit verbringen Dinge zu tun die ihnen Freude machen. Sie sind nicht gezwungen zu arbeiten um zu überleben.
Bevor Sie jetzt denken es handle sich um super reiche Ausnahmemenschen, nein die meine ich nicht. Ich rede von den sog. "Rentiers" bzw. "Privatiers". Sie haben es geschafft ihre notwendigen Einkünfte komplett aus Kapitalerträgen zu generieren - genau das ist das Ziel der von uns vorgestellten Kapitalanlage-Strategie.
Der Weg zum "Privatier"
An dieser Stelle soll es um die Ausgabenfallen gehen, in die Otto-Normalbürger nur allzu gern tappt und sich so den Weg in die finanzielle Unabhängigkeit verbaut. Dank überbordender Ausgaben ist der “Durchschnitt” leider nicht in der Lage das alltägliche Hamsterrad zu verlassen. Folgende Ausgabenprobleme sollten Sie kennen.
Autokauf
Finanziell erfolgreiche Menschen kaufen keinen Neuwagen, denn der Wertverlust in den ersten Jahren ist am höchsten. Gebrauchtwagen gibt es bereits für sehr wenig Geld mit guter Ausstattung und allen nötigen Extras. Ein Auto steht im Schnitt 24h am Tag in der Garage und verliert an Wert.
Versicherungen - weniger ist mehr
Als Privatier werden Sie auch um klassische Lebensversicherungen einen Bogen machen: Diese haben dank Minizinsen längst ihren Reiz verloren. Und auch ihr Verzicht auf Luxus und einen ausufernden Lebensstil locken keine Ganoven an und Diebstahlversicherungen etc. können Sie sich sparen. Brillen-, Zahnersatz- oder teure iPhone-Versicherungen können Sie sich ebenso sparen, davon profitieren nur die wenigsten und natürlich die Aktionäre der Versicherungsdienstleister. Das gesparte Geld für derartige Finanzprodukte können Sie z.B. zinsbringend in Valueaktien anlegen.
Kredite tilgen - und meiden
Wenn der Konsum der Feind des Investors ist, dann ist es der Kredit gleich doppelt. Solange ein Kredit mehr Zinsen kostet, als Ihr Kapital auf der Haben-Seite einbringt, sollten Schulden zügig zurückgefahren und nach Möglichkeit rasch getilgt werden. Erst danach können Sie sich daran machen Ihr Vermögen zu mehren und ein monatliches passives Einkommen, beispielsweise mit einer Dividenden- und Anleihenstrategie, zu erzielen. Decken diese Erträge die laufenden Ausgaben hat ein Privatier die finanzielle Unabhängigkeit erreicht. Das ist die erste Stufe.
Auf der zweiten Stufe können Sie Ihre Ausgaben ausweiten und Ihren Interessen nachgehen wie Sie es immer wollten. Doch bis dahin heißt es seinen Lebensstil anpassen um in späterer Zeit die Ernte einfahren zu können.
Lebensstil - sich von gesellschaftlichen Zwängen befreien
Müssen Sie mit ihren Freunden immer in teuren Bars oder Restaurants abtauchen? Wie wäre es statt dessen mal mit einem gemeinsamen Abend zuhause mit eigenen Drinks, Musik und Dinner? Auch die Mode ist nicht vorgeschrieben - versuchen Sie zeitlos zu kaufen und pflegen Sie Ihre Kleidung, Sie werden sehen es lassen sich viele kleine Beträge sparen die Ihr Vorankommen sichern.
Regelmäßig gefettete Lederschuhe halten meist wesentlich länger als saisonale Markenturnschuhe und auch elektronische Produkte können meist nicht viel mehr als das Vorgängermodell.
Konsum - sich befreien
Ihr Keller ist vollgestellt und auch Ihre Regale sind nicht mehr übersichtlich? Vielleicht sollten Sie was sie nicht mehr brauchen verkaufen. Bücher können Sie per ISBN Abfrage verkaufen und auch alles andere findet schnell über Kleinanzeigenportale einen neuen Besitzer. Trennen Sie sich von unnötigem Ballast der Vergangenheit - tauschen Sie den Krempel gegen arbeitendes Kapital. Je weniger Sie angesammelt haben, desto mobiler sind Sie auch.
Denken Sie auch bei Neuanschaffungen immer in Anlagekapital. Wenn Sie sich zum Beispiel eine neue Krawatte für 50,- Euro kaufen möchten, denken Sie daran wieviel Geld Sie ein Jahr anlegen müssten, um daraus die Neuanschaffung finanzieren zu können. Bei einem Zinssatz von 5% müssten Sie also 1000 € extra Anlegen nur um dafür eine Krawatte zu kaufen. Wenn Sie anfangen so zu rechnen, werden Sie unnötige Kaufentscheidungen schneller erkennen lernen.
Bevor Sie jetzt denken es handle sich um super reiche Ausnahmemenschen, nein die meine ich nicht. Ich rede von den sog. "Rentiers" bzw. "Privatiers". Sie haben es geschafft ihre notwendigen Einkünfte komplett aus Kapitalerträgen zu generieren - genau das ist das Ziel der von uns vorgestellten Kapitalanlage-Strategie.
Der Weg zum "Privatier"
An dieser Stelle soll es um die Ausgabenfallen gehen, in die Otto-Normalbürger nur allzu gern tappt und sich so den Weg in die finanzielle Unabhängigkeit verbaut. Dank überbordender Ausgaben ist der “Durchschnitt” leider nicht in der Lage das alltägliche Hamsterrad zu verlassen. Folgende Ausgabenprobleme sollten Sie kennen.
Autokauf
Finanziell erfolgreiche Menschen kaufen keinen Neuwagen, denn der Wertverlust in den ersten Jahren ist am höchsten. Gebrauchtwagen gibt es bereits für sehr wenig Geld mit guter Ausstattung und allen nötigen Extras. Ein Auto steht im Schnitt 24h am Tag in der Garage und verliert an Wert.
Versicherungen - weniger ist mehr
Als Privatier werden Sie auch um klassische Lebensversicherungen einen Bogen machen: Diese haben dank Minizinsen längst ihren Reiz verloren. Und auch ihr Verzicht auf Luxus und einen ausufernden Lebensstil locken keine Ganoven an und Diebstahlversicherungen etc. können Sie sich sparen. Brillen-, Zahnersatz- oder teure iPhone-Versicherungen können Sie sich ebenso sparen, davon profitieren nur die wenigsten und natürlich die Aktionäre der Versicherungsdienstleister. Das gesparte Geld für derartige Finanzprodukte können Sie z.B. zinsbringend in Valueaktien anlegen.
Kredite tilgen - und meiden
Wenn der Konsum der Feind des Investors ist, dann ist es der Kredit gleich doppelt. Solange ein Kredit mehr Zinsen kostet, als Ihr Kapital auf der Haben-Seite einbringt, sollten Schulden zügig zurückgefahren und nach Möglichkeit rasch getilgt werden. Erst danach können Sie sich daran machen Ihr Vermögen zu mehren und ein monatliches passives Einkommen, beispielsweise mit einer Dividenden- und Anleihenstrategie, zu erzielen. Decken diese Erträge die laufenden Ausgaben hat ein Privatier die finanzielle Unabhängigkeit erreicht. Das ist die erste Stufe.
Auf der zweiten Stufe können Sie Ihre Ausgaben ausweiten und Ihren Interessen nachgehen wie Sie es immer wollten. Doch bis dahin heißt es seinen Lebensstil anpassen um in späterer Zeit die Ernte einfahren zu können.
Lebensstil - sich von gesellschaftlichen Zwängen befreien
Müssen Sie mit ihren Freunden immer in teuren Bars oder Restaurants abtauchen? Wie wäre es statt dessen mal mit einem gemeinsamen Abend zuhause mit eigenen Drinks, Musik und Dinner? Auch die Mode ist nicht vorgeschrieben - versuchen Sie zeitlos zu kaufen und pflegen Sie Ihre Kleidung, Sie werden sehen es lassen sich viele kleine Beträge sparen die Ihr Vorankommen sichern.
Regelmäßig gefettete Lederschuhe halten meist wesentlich länger als saisonale Markenturnschuhe und auch elektronische Produkte können meist nicht viel mehr als das Vorgängermodell.
Konsum - sich befreien
Ihr Keller ist vollgestellt und auch Ihre Regale sind nicht mehr übersichtlich? Vielleicht sollten Sie was sie nicht mehr brauchen verkaufen. Bücher können Sie per ISBN Abfrage verkaufen und auch alles andere findet schnell über Kleinanzeigenportale einen neuen Besitzer. Trennen Sie sich von unnötigem Ballast der Vergangenheit - tauschen Sie den Krempel gegen arbeitendes Kapital. Je weniger Sie angesammelt haben, desto mobiler sind Sie auch.
Denken Sie auch bei Neuanschaffungen immer in Anlagekapital. Wenn Sie sich zum Beispiel eine neue Krawatte für 50,- Euro kaufen möchten, denken Sie daran wieviel Geld Sie ein Jahr anlegen müssten, um daraus die Neuanschaffung finanzieren zu können. Bei einem Zinssatz von 5% müssten Sie also 1000 € extra Anlegen nur um dafür eine Krawatte zu kaufen. Wenn Sie anfangen so zu rechnen, werden Sie unnötige Kaufentscheidungen schneller erkennen lernen.
Samstag, 28. März 2015
Wird es an den Aktienmärkten zu einer Korrektur kommen?
CHARTTECHNISCHE ANALYSE
In diesem Trading-Video sehen Sie die Markteinschätzung und Chartanalyse zum DAX-Future, Eurostoxx 50, SMI-Index, Bund-Future, S&P 500, Nasdaq 100, Dow Jones Index, EUR/USD, USD/CHF, SMI-Index, Gold, Silber, XAU-Index und Rohöl von Karsten Kagel.
Insbesondere wird der Frage nachgegangen, ob es an den Aktienmärkten in den nächsten Wochen zu einer Korrektur kommen wird.
In diesem Trading-Video sehen Sie die Markteinschätzung und Chartanalyse zum DAX-Future, Eurostoxx 50, SMI-Index, Bund-Future, S&P 500, Nasdaq 100, Dow Jones Index, EUR/USD, USD/CHF, SMI-Index, Gold, Silber, XAU-Index und Rohöl von Karsten Kagel.
Insbesondere wird der Frage nachgegangen, ob es an den Aktienmärkten in den nächsten Wochen zu einer Korrektur kommen wird.
Samstag, 28. März 2015
Samstag, 20. Dezember 2014
Sanktionen gegen Russland und ihre fatalen Folgen
Die Wirtschafts- und Finanzsanktionen gegenüber Russland richten große Schäden an. Doch der Westen scheint mit ihnen nicht den politischen Zielen, die er erreichen will, näherzukommen.
Von Prof. Dr. Thorsten Polleit
Von Prof. Dr. Thorsten Polleit
Es ist unklar, ob es allein der fallende Ölpreis und die Handelsrestriktionen sind, die Russland unter Druck setzen. Vermutlich bringen vor allem die finanziellen Sanktionen, die die USA erlassen haben, das Land in arge Bedrängnis.(1) Im Zuge ihrer "Financial Warfare" haben die USA russische Banken und Firmen zusehends von den internationalen Aktienmärkten abgeschnitten, vor allem von den ausländischen Kreditmärkten: Eine Reihe von russischen Unternehmen erhält keine langfristigen Kredite mehr und ist zusehends auf kurzfristige Kredite (30- Tage-Laufzeit) angewiesen. Dies wiederum dürfte zusätzlich zu den verringerten Öleinnahmen die finanzielle Position Russlands und das dem Land entgegengebrachte Vertrauen schwächen und letztlich zu Kapitalflucht führen.
Russische Unternehmen haben derzeit Auslandschulden in Höhe von etwa 422,4 Mrd. US-Dollar, Banken in Höhe von 192,0 Mrd. US-Dollar. Dem standen Ende November frei verfügbare Fremdwährungsreserven des Staates in Höhe von gut 360 Mrd. US-Dollar (ohne Goldbestände) zur Verfügung. Mitte 2014 waren 60 Prozent aller Auslandsschulden in US-Dollar denominiert, 11 Prozent in Euro und 26 Prozent in Rubel.
Sollten russische Banken und Unternehmen nicht in der Lage sein, ihre Auslandsverbindlichkeit wie vereinbart zu zahlen, drohen den Haltern der von ihnen emittierten Papiere - Kapitalsammelstellen in Europa und den USA und anderswo auf der Welt - Verluste, die letztlich die Sparer zu tragen haben. Zudem wären Vertrauensverluste in den weltweiten Kreditmärkten denkbar, die sich zu einer "Kreditkrise" auswachsen könnten. Kapital würde zusehends aus den 'Emerging Markets‘ abgezogen und Kreditfinanzierungsprobleme in den betroffenen Ländern auslösen; zu denken wäre etwa an die Türkei, Brasilien und Südafrika.
Nicht zuletzt hängt Europas Energieversorgung an Russland. Für Deutschland etwa sind Öl und Gas die Hauptenergieträger mit einem Anteil von zusammen 55 Prozent am Gesamtenergieverbrauch. Russland ist Hauptlieferant und stellt jeweils etwa ein Drittel des Bedarfs bereit. Lieferstörungen können weitreichende Wirtschaftsschäden nach sich ziehen, gerade natürlich für die deutsche Wirtschaft.
In einer eng vernetzten internationalen Arbeitsteilung ist das wirtschaftliche Wohlergehen eines jeden Teilnehmers im Interesse aller. Die Wirtschaftssanktionen, die gegen Russland erlassen werden, führen zu einer Schädigung aller Beteiligten: Der russischen Bevölkerung gehen Arbeitsplätze und Einkommen verloren, ihre Versorgungslage verschlechtert sich. In Europa, insbesondere Deutschland, werden ebenfalls Produktion und Beschäftigung leiden, und zudem wird die Handlungsfreiheit der Konsumenten und Unternehmen eingeschränkt.
Für den Westen könnte es schwierig werden, seine Sanktionen gegenüber Russland aufrecht zu erhalten, sollten sie zu noch größerer Not in der russischen Bevölkerung führen. Es wäre dann sogar denkbar, dass die Sanktionen aufgehoben werden (müssen), ohne dass es zu Konzessionen von russischer Seite kommt. Die ökonomische Einsicht würde obsiegen: Wirtschafts- und Finanzsanktionen sind nicht geeignet, um politische Ziele durchzusetzen und führen in jedem Fall zur Schädigung aller Betroffenen.
Samstag, 20. Dezember 2014
Samstag, 13. Dezember 2014
Ein Weihnachtsgeschenk und eine gute Investition

Weihnachten steht vor der Tür und anstelle einer kurzfristigen Freude des Konsums, wäre es doch eine gute Alternative eine langfristiges Investition in gutes Wissen zu bescheren, das vielleicht sogar das Leben des Einen oder Anderen positiv beeinflussen könnte?
Ich kann Ihnen liebe Leser für Weihnachten dieses Buch von ganzem Herzen empfehlen. Es ist vollständig und interessant geschrieben. Es finden sich keine Tricks und Tipp darin, sondern fundamentale Gedanken und Strategien die seit über einhundert Jahren zählen.
"Auf den Finanzmärkten scheint der Wahnsinn zu regieren, und auch viele Anleger werden von Wahn und Angst getrieben. Könnte alles falsch sein, was Sie über Vermögensanlage zu wissen glaubten?
Die Ansätze der Österreichischen Schule bieten eine nötige Atempause für Anleger, die in inflationären Hamsterrädern gefangen sind. Konventionelle Anlageexperten übersehen oft wirtschaftliche Entwicklungen, die zur Gefahr für den Mainstreaminvestor werden können. Die Österreichische Schule der Ökonomik hingegen hat sich als unabhängiger Ansatz jenseits der Interessen von Politik und Banken bewährt.
Das Finanzsystem steht vor einer großen Zerreißprobe. Dieses Buch weist Kleinsparern, professionellen Investoren und Vermögensberatern gleichermaßen neue Wege durch das finanzielle Erdbebengebiet zwischen den tektonischen Platten Inflation und Deflation. Erstmals zeigen renommierte Autoren, wie »Austrian Investing« in der Praxis funktioniert. Lernen Sie als Anleger, wie Sie scheinbar komplexe und kaum durchschaubare Zusammenhänge erkennen und davon profitieren können."
Samstag, 13. Dezember 2014
Donnerstag, 11. Dezember 2014
Armut oft selbstverschuldet?
Die Armen werden ärmer, die Reichen werden immer wohlhabender. Statt darüber zu jammern, sollten sich Mittel- und Unterschicht Finanzwissen aneignen, rät US-Autor und Selfmade-Millionär Robert Kiyosaki.
Robert Kiyosaki kennt die Zahlen. Er betet sie herunter und er fürchtet sie. Die reichsten 20 Prozent der US-Amerikaner besitzen fast 85 Prozent des privaten Gesamtvermögens. Auf ihren Konten und Depots liegen unglaubliche 91 Prozent des Finanzvermögens. Kiyosaki, Selfmade-Millionär und Bestseller-Autor, sieht in den Zahlen eine Gefahr: für die Gesellschaft, für die weniger Wohlhabenden – und für sein eigenes Geld. Nichts bedroht sein Vermögen mehr, als Unruhen und Verwerfungen.
Doch statt auf den Staat zu schimpfen oder auf Unternehmen, die ihre Mitarbeiter ausbeuten und ihre Steuerlast künstlich drücken, nimmt er die Unter- und Mittelschicht in die Pflicht. Sie seien an ihrer Misere selbst schuld, da sie nicht mit Geld umgehen könnten.
„Reiche Menschen erwerben Vermögenswerte. Die Armen und die Angehörigen der Mittelschicht schaffen Verbindlichkeiten an, aber sie denken, dass es sich um Vermögenswerte handelt“, bemängelt Kiyosaki im Gespräch mit WirtschaftsWoche Online. „Sie sind schlicht unwissend.“
Während sich die Mehrheit der Amerikaner von Kredit zu Kredit hangele und immer in finanziellen Schwierigkeiten lebe - unabhängig davon, ob sie eine Gehaltserhöhung bekommen oder Geld erben -, würden die Reichen das Geld für sich arbeiten lassen und der Masse immer weiter davonziehen, glaubt der Autor.
In der Neuauflage seines Bestsellers „Rich Dad, Poor Dad“ beschreibt der US-Amerikaner mit japanischen Wurzeln, wie ihn zwei Personen geprägt haben: sein eigener Vater, ein gut bezahlter Lehrer mit Doktortitel, der immer Geldsorgen hatte. Und der Vater seines besten Freundes, ein Unternehmer, der in der achten Klasse die Schule abgebrochen hatte – und nie in finanziellen Schwierigkeiten steckte. Von Kindesbeinen an, sog Kiyosaki das Wissen seines reichen Mentors, dem „rich dad“, auf.
Kiyosaki spricht aus Erfahrung, wenn er sagt: „Der Umgang mit Geld wird zu Hause gelehrt, nicht in der Schule. Das ist einer der Gründe, warum die Reichen immer reicher werden.“ Die Lehrer würden sich darauf konzentrieren, akademisches Wissen zu vermitteln, kein finanzielles Wissen. Selbst Wirtschaftsschulen würden nur Angestellte ausbilden, „die gescheite Erbsenzähler sind“.
So zitiert der Autor den Vater seines besten Freundes – ohne sich zu distanzieren. Generell gilt: Wer will, kann eine gehörige Portion Arroganz der Wohlhabenden aus dem Buch herauslesen. So spricht der „reiche Vater“ wiederholt abschätzig von seiner Umgebung: sei es von den eigenen Angestellten, sei es von Baseball spielenden Jung-Erwachsenen im Park. „Sie arbeiten sehr fleißig für wenig Geld, klammern sich an die Illusion eines sicheren Jobs, freuen sich auf ihren Jahresurlaub und auf ihre mickrige Rente nach 45 Arbeitsjahren.“
Oder auch: „Die Hauptursache für Armut und finanzielle Schwierigkeiten ist Angst und Unwissenheit, nicht die Wirtschaft, der Staat oder die Reichen.“
Das allerdings sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass Kiyosaki wichtige Denkansätze liefert und richtigerweise den Unterschied zwischen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten aufzeigt.
Lieber eine Aktie kaufen, als ein iPhone
Sechs Regeln hat der Autor in seinem Buch zusammengestellt, die helfen sollen, Reichtum aufzubauen. Die wichtigste ist fraglos die zuerst angefügte Regel, um die sich alles Weitere dreht: „Man muss den Unterschied zwischen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten kennen und Vermögenswerte kaufen.“
In einfachen Schaubildern erklärt Kiyosaki, dass ein Vermögenswert etwas ist, „das Geld in meine Tasche bringt“. Im Unterschied dazu ist eine Verbindlichkeit etwas, „dass mir Geld aus der Tasche zieht“. Die einfache Regel: Wer reich werden wolle, müsse sein Leben lang einfach Vermögenswerte kaufen.
„Die Menschen arbeiten nicht zu wenig, sie kaufen Verbindlichkeiten statt Vermögenswerte“, glaubt Kiyosaki zu wissen. Statt in Aktien, Anleihen oder Immobilien zu investieren, würde die breite Masse lieber ein neues iPhone kaufen oder einen Neuwagen, der mit dem ersten gefahrenen Kilometer schon einen Großteil seines Werts verliert.
„Reiche kaufen ihren ersten Luxusartikel erst dann, wenn sie wirklich Geld übrig haben“, sagt Kiyosaki. Die Mittelschicht hingegen übernehme sich, indem sie reich erscheinen will. „Echter Luxus ist eine Belohnung für eine Anlage in einen echten Vermögenswert und seine Entwicklung.“
Auch wenn Allgemeinplätze falsch sind: Den Hinweis, sich früh mit den Themen Geldanlage und Vorsorge zu beschäftigen, ist sicher richtig. Dass nicht einmal jeder siebte Deutsche Aktien oder Fonds besitzt, hilft sicher nicht bei dem Versuch, ein Vermögen aufzubauen – und sei es nur ein klitzekleines.
So wie Kiyosaki, der sich von Gewinn zu Gewinn hangelte. Angefangen mit einer vermieteten Kleinwohnung, kaufte er später Häuser, Wohnkomplexe und Villen. 1994 hat sich der Autor im Alter von 47 Jahren von der Arbeit zurückgezogen. Er habe ein so großes Vermögen, dass er allein von den Zinsen – die höher sind als die Inflation – leben könne. Seine Frau habe bereits mit 37 Jahren aufgehört, regelmäßig zu arbeiten. Beide würden nur noch dann arbeiten, wenn ihnen danach ist.
Apropos Immobilien: Kiyosaki unterstreicht, dass ein Haus per definitionem kein Vermögenswert sein, sondern eine Verbindlichkeit. „Es zieht Geld aus der Tasche.“ Dabei geht es dem Autoren nicht um die klassischen Probleme, dass eine Grundsteuer angehoben und das Budget springen könnte oder das ein Verlust droht, wenn sich Rahmenbedingungen ändern und das Haus an Wert verliert.
Nein, der Autor gibt vielmehr zu denken, dass sich junge Leute durch einen Hauskauf früh für einen Weg entscheiden und sich damit Optionen nehmen. Die Menschen hätten es leichter, sagt Kiyosaki, wenn sie schon früh mehr Geld investieren würden, ihre Vermögenswerte würden wachsen und mit ihnen der Gewinn.
Es ist nicht so, dass der Selfmade-Millionär von einem Hauskauf abrät. Vielmehr will er aufzeigen, wie die richtige Herangehensweise ist. Wer ein größeres Haus will, sollte zunächst Vermögenswerte kaufen, die Cashflow generieren, um das Haus zu bezahlen – als sich gleich in das neue Abenteuer zu stürzen. Sonst drohe man, in einem Hamsterrad gefangen zu werden.
Kiyosaki verweist auf seinen Vater, dessen Einnahmen immer Schritt gehalten hätten mit dessen Ausgaben. So habe er nie in Vermögenswerte investieren können. „Im Ergebnis sind seine Verbindlichkeiten, wie Hypothek und Kreditkartenschulden, höher als seine Vermögenswerte.“ Man müsse das Geld für sich arbeiten lassen, empfiehlt Kiyosaki unter dem Strich. Wer konkretere Anlageempfehlungen sucht, wird enttäuscht. Recht vage spricht der US-Amerikaner von kleinen Aktiengesellschaften und Immobiliengeschäften, die sein Interessen wecken würden.
In einem zweiten Buch, „Cashflow Quadrant“ erweitert Kiyosaki seine Ausführungen um den Faktor Zeit. Der Selfmade-Millionär teilt die arbeitende Bevölkerung in vier Gruppen ein: die Arbeitnehmer und die Selbständigen, auf der linken Seite einer zweispaltigen Tabelle.
Rechts die Geschäftsinhaber und die Investoren. Wer links steht, verkauft seine Zeit. An seinen Arbeitgeber oder an seine Firma. Die rechte Hälfte hingegen verwaltet die Zeit anderer Leute. Ihr Einkommen steigern die Angestellten und Selbständigen nur durch eine Ausweitung ihrer Arbeit. Doch ihre Entwicklungsmöglichkeiten sind begrenzt, der Tag hat nun einmal nur 24 Stunden.
Unternehmen und Investoren hingegen arbeiten mit der Zeit anderer Leute. Der Geschäftsführer etwa kann sich einfach zusätzlich Zeit – in Form von neuen Angestellten – kaufen.
Kiyosaki empfiehlt seinen Lesern, darüber nachzudenken, die Seiten zu wechseln. Weg vom Arbeitnehmer, hin zum Unternehmer oder Investor. Nur so könne ein jeder das Zeit- und Geldproblem langfristig lösen.
So einfach, wie Kiyosaki zu vermitteln sucht, ist die Lage freilich nicht. Nicht jeder eignet sich zum Geschäftsmann, nicht jeder hat den Mut, sein Geld spekulativ anzulegen. Und doch: Ein bisschen mehr Gründergeist würde man den Deutschen wünschen. Und vielen Bürgern die Erkenntnis, dass ein bisschen Investor in jedem stecken sollte.
Niedrigzinsen, ein Arbeitsmarkt der perspektivisch durch Robotik und weiterer Digitalisierung vor einem Wandel steht, und globale politische Unsicherheiten verlangen neue Antworten vom Bürger, der sich längst nicht mehr auf sein Sparbuch verlassen kann. „Lernen Sie mit Risiken umzugehen, statt sie zu vermeiden“, rät Kiyosaki.
Erschienen in der WirtschaftsWoche (Dezember 2014)
Kommentar von Freiensteiner:
Für viele Menschen sieht die Realität ihrer Vermögensverhältnisse derart schlecht aus, dass diese Empfehlungen und Gedanken wie Hohn erscheinen. Natürlich ist es nicht so, dass die Politik und die Konzerne, welche die Politik beeinflussen keine Schuld daran haben, dass die Möglichkeiten stark eingeschränkt sind. Aber was nützt es nur darüber zu jammern. Man kann und sollte immer versuchen die Situation in der man sich befindet zum besseren zu wenden, jedoch muss man die Möglichkeiten nutzen die sich einem dennoch bieten.
Und genau hier erkennt der Autor Kiyosaki einen absolut richtigen Punkt. Die Mehrheit der Bürger investieren nicht sondern konsumieren lediglich und das sogar auf Kredit. Natürlich ist dies von der Politik forciert durch niedrige Zinsen. Es ist aber dennoch möglich sein Leben an die tatsächlichen Verhältnisse anzupassen und auf Luxus zu verzichten, mit dem Ziel das Kapital profitorientiert anzulegen.
Die Möglichkeiten die jeder Einzelne dazu vorfindet sind zahlreich und einfach umzusetzen. Wissen über Aktien und Geldanlage kann online und aus Büchern oder Zeitschriften gelernt werden. Ein paar Tage investiert in gute Bücher und Artikel sind vermutlich bares Geld wert.
Wichtig ist, dass Sie lieber Leser anfangen darüber nachzudenken, ob Sie nicht zuviele Konsumentscheidungen treffen und nicht tatsächlich den Konsum in Investitionen ummünzen können. Wer nur versucht reich zu erscheinen und den dazu nötigen Konsum aus ständiger Arbeit zu finanzieren statt aus Kapitalrenditen, wird sein Lebtag das Hamsterrad nicht mehr verlassen.
Aber zum Glück gibt es einen Blog wie diesen hier, um Ihnen das Handwerkszeug zu vermitteln.
Robert Kiyosaki kennt die Zahlen. Er betet sie herunter und er fürchtet sie. Die reichsten 20 Prozent der US-Amerikaner besitzen fast 85 Prozent des privaten Gesamtvermögens. Auf ihren Konten und Depots liegen unglaubliche 91 Prozent des Finanzvermögens. Kiyosaki, Selfmade-Millionär und Bestseller-Autor, sieht in den Zahlen eine Gefahr: für die Gesellschaft, für die weniger Wohlhabenden – und für sein eigenes Geld. Nichts bedroht sein Vermögen mehr, als Unruhen und Verwerfungen.Doch statt auf den Staat zu schimpfen oder auf Unternehmen, die ihre Mitarbeiter ausbeuten und ihre Steuerlast künstlich drücken, nimmt er die Unter- und Mittelschicht in die Pflicht. Sie seien an ihrer Misere selbst schuld, da sie nicht mit Geld umgehen könnten.
„Reiche Menschen erwerben Vermögenswerte. Die Armen und die Angehörigen der Mittelschicht schaffen Verbindlichkeiten an, aber sie denken, dass es sich um Vermögenswerte handelt“, bemängelt Kiyosaki im Gespräch mit WirtschaftsWoche Online. „Sie sind schlicht unwissend.“
Während sich die Mehrheit der Amerikaner von Kredit zu Kredit hangele und immer in finanziellen Schwierigkeiten lebe - unabhängig davon, ob sie eine Gehaltserhöhung bekommen oder Geld erben -, würden die Reichen das Geld für sich arbeiten lassen und der Masse immer weiter davonziehen, glaubt der Autor.
In der Neuauflage seines Bestsellers „Rich Dad, Poor Dad“ beschreibt der US-Amerikaner mit japanischen Wurzeln, wie ihn zwei Personen geprägt haben: sein eigener Vater, ein gut bezahlter Lehrer mit Doktortitel, der immer Geldsorgen hatte. Und der Vater seines besten Freundes, ein Unternehmer, der in der achten Klasse die Schule abgebrochen hatte – und nie in finanziellen Schwierigkeiten steckte. Von Kindesbeinen an, sog Kiyosaki das Wissen seines reichen Mentors, dem „rich dad“, auf.
Kiyosaki spricht aus Erfahrung, wenn er sagt: „Der Umgang mit Geld wird zu Hause gelehrt, nicht in der Schule. Das ist einer der Gründe, warum die Reichen immer reicher werden.“ Die Lehrer würden sich darauf konzentrieren, akademisches Wissen zu vermitteln, kein finanzielles Wissen. Selbst Wirtschaftsschulen würden nur Angestellte ausbilden, „die gescheite Erbsenzähler sind“.
So zitiert der Autor den Vater seines besten Freundes – ohne sich zu distanzieren. Generell gilt: Wer will, kann eine gehörige Portion Arroganz der Wohlhabenden aus dem Buch herauslesen. So spricht der „reiche Vater“ wiederholt abschätzig von seiner Umgebung: sei es von den eigenen Angestellten, sei es von Baseball spielenden Jung-Erwachsenen im Park. „Sie arbeiten sehr fleißig für wenig Geld, klammern sich an die Illusion eines sicheren Jobs, freuen sich auf ihren Jahresurlaub und auf ihre mickrige Rente nach 45 Arbeitsjahren.“
Oder auch: „Die Hauptursache für Armut und finanzielle Schwierigkeiten ist Angst und Unwissenheit, nicht die Wirtschaft, der Staat oder die Reichen.“
Das allerdings sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass Kiyosaki wichtige Denkansätze liefert und richtigerweise den Unterschied zwischen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten aufzeigt.
Lieber eine Aktie kaufen, als ein iPhone
Sechs Regeln hat der Autor in seinem Buch zusammengestellt, die helfen sollen, Reichtum aufzubauen. Die wichtigste ist fraglos die zuerst angefügte Regel, um die sich alles Weitere dreht: „Man muss den Unterschied zwischen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten kennen und Vermögenswerte kaufen.“
In einfachen Schaubildern erklärt Kiyosaki, dass ein Vermögenswert etwas ist, „das Geld in meine Tasche bringt“. Im Unterschied dazu ist eine Verbindlichkeit etwas, „dass mir Geld aus der Tasche zieht“. Die einfache Regel: Wer reich werden wolle, müsse sein Leben lang einfach Vermögenswerte kaufen.
„Die Menschen arbeiten nicht zu wenig, sie kaufen Verbindlichkeiten statt Vermögenswerte“, glaubt Kiyosaki zu wissen. Statt in Aktien, Anleihen oder Immobilien zu investieren, würde die breite Masse lieber ein neues iPhone kaufen oder einen Neuwagen, der mit dem ersten gefahrenen Kilometer schon einen Großteil seines Werts verliert.
„Reiche kaufen ihren ersten Luxusartikel erst dann, wenn sie wirklich Geld übrig haben“, sagt Kiyosaki. Die Mittelschicht hingegen übernehme sich, indem sie reich erscheinen will. „Echter Luxus ist eine Belohnung für eine Anlage in einen echten Vermögenswert und seine Entwicklung.“
Auch wenn Allgemeinplätze falsch sind: Den Hinweis, sich früh mit den Themen Geldanlage und Vorsorge zu beschäftigen, ist sicher richtig. Dass nicht einmal jeder siebte Deutsche Aktien oder Fonds besitzt, hilft sicher nicht bei dem Versuch, ein Vermögen aufzubauen – und sei es nur ein klitzekleines.
So wie Kiyosaki, der sich von Gewinn zu Gewinn hangelte. Angefangen mit einer vermieteten Kleinwohnung, kaufte er später Häuser, Wohnkomplexe und Villen. 1994 hat sich der Autor im Alter von 47 Jahren von der Arbeit zurückgezogen. Er habe ein so großes Vermögen, dass er allein von den Zinsen – die höher sind als die Inflation – leben könne. Seine Frau habe bereits mit 37 Jahren aufgehört, regelmäßig zu arbeiten. Beide würden nur noch dann arbeiten, wenn ihnen danach ist.
Apropos Immobilien: Kiyosaki unterstreicht, dass ein Haus per definitionem kein Vermögenswert sein, sondern eine Verbindlichkeit. „Es zieht Geld aus der Tasche.“ Dabei geht es dem Autoren nicht um die klassischen Probleme, dass eine Grundsteuer angehoben und das Budget springen könnte oder das ein Verlust droht, wenn sich Rahmenbedingungen ändern und das Haus an Wert verliert.
Nein, der Autor gibt vielmehr zu denken, dass sich junge Leute durch einen Hauskauf früh für einen Weg entscheiden und sich damit Optionen nehmen. Die Menschen hätten es leichter, sagt Kiyosaki, wenn sie schon früh mehr Geld investieren würden, ihre Vermögenswerte würden wachsen und mit ihnen der Gewinn.
Es ist nicht so, dass der Selfmade-Millionär von einem Hauskauf abrät. Vielmehr will er aufzeigen, wie die richtige Herangehensweise ist. Wer ein größeres Haus will, sollte zunächst Vermögenswerte kaufen, die Cashflow generieren, um das Haus zu bezahlen – als sich gleich in das neue Abenteuer zu stürzen. Sonst drohe man, in einem Hamsterrad gefangen zu werden.
Kiyosaki verweist auf seinen Vater, dessen Einnahmen immer Schritt gehalten hätten mit dessen Ausgaben. So habe er nie in Vermögenswerte investieren können. „Im Ergebnis sind seine Verbindlichkeiten, wie Hypothek und Kreditkartenschulden, höher als seine Vermögenswerte.“ Man müsse das Geld für sich arbeiten lassen, empfiehlt Kiyosaki unter dem Strich. Wer konkretere Anlageempfehlungen sucht, wird enttäuscht. Recht vage spricht der US-Amerikaner von kleinen Aktiengesellschaften und Immobiliengeschäften, die sein Interessen wecken würden.
In einem zweiten Buch, „Cashflow Quadrant“ erweitert Kiyosaki seine Ausführungen um den Faktor Zeit. Der Selfmade-Millionär teilt die arbeitende Bevölkerung in vier Gruppen ein: die Arbeitnehmer und die Selbständigen, auf der linken Seite einer zweispaltigen Tabelle.
Rechts die Geschäftsinhaber und die Investoren. Wer links steht, verkauft seine Zeit. An seinen Arbeitgeber oder an seine Firma. Die rechte Hälfte hingegen verwaltet die Zeit anderer Leute. Ihr Einkommen steigern die Angestellten und Selbständigen nur durch eine Ausweitung ihrer Arbeit. Doch ihre Entwicklungsmöglichkeiten sind begrenzt, der Tag hat nun einmal nur 24 Stunden.
Unternehmen und Investoren hingegen arbeiten mit der Zeit anderer Leute. Der Geschäftsführer etwa kann sich einfach zusätzlich Zeit – in Form von neuen Angestellten – kaufen.
Kiyosaki empfiehlt seinen Lesern, darüber nachzudenken, die Seiten zu wechseln. Weg vom Arbeitnehmer, hin zum Unternehmer oder Investor. Nur so könne ein jeder das Zeit- und Geldproblem langfristig lösen.
So einfach, wie Kiyosaki zu vermitteln sucht, ist die Lage freilich nicht. Nicht jeder eignet sich zum Geschäftsmann, nicht jeder hat den Mut, sein Geld spekulativ anzulegen. Und doch: Ein bisschen mehr Gründergeist würde man den Deutschen wünschen. Und vielen Bürgern die Erkenntnis, dass ein bisschen Investor in jedem stecken sollte.
Niedrigzinsen, ein Arbeitsmarkt der perspektivisch durch Robotik und weiterer Digitalisierung vor einem Wandel steht, und globale politische Unsicherheiten verlangen neue Antworten vom Bürger, der sich längst nicht mehr auf sein Sparbuch verlassen kann. „Lernen Sie mit Risiken umzugehen, statt sie zu vermeiden“, rät Kiyosaki.
Erschienen in der WirtschaftsWoche (Dezember 2014)
Kommentar von Freiensteiner:
Für viele Menschen sieht die Realität ihrer Vermögensverhältnisse derart schlecht aus, dass diese Empfehlungen und Gedanken wie Hohn erscheinen. Natürlich ist es nicht so, dass die Politik und die Konzerne, welche die Politik beeinflussen keine Schuld daran haben, dass die Möglichkeiten stark eingeschränkt sind. Aber was nützt es nur darüber zu jammern. Man kann und sollte immer versuchen die Situation in der man sich befindet zum besseren zu wenden, jedoch muss man die Möglichkeiten nutzen die sich einem dennoch bieten.
Und genau hier erkennt der Autor Kiyosaki einen absolut richtigen Punkt. Die Mehrheit der Bürger investieren nicht sondern konsumieren lediglich und das sogar auf Kredit. Natürlich ist dies von der Politik forciert durch niedrige Zinsen. Es ist aber dennoch möglich sein Leben an die tatsächlichen Verhältnisse anzupassen und auf Luxus zu verzichten, mit dem Ziel das Kapital profitorientiert anzulegen.
Die Möglichkeiten die jeder Einzelne dazu vorfindet sind zahlreich und einfach umzusetzen. Wissen über Aktien und Geldanlage kann online und aus Büchern oder Zeitschriften gelernt werden. Ein paar Tage investiert in gute Bücher und Artikel sind vermutlich bares Geld wert.
Wichtig ist, dass Sie lieber Leser anfangen darüber nachzudenken, ob Sie nicht zuviele Konsumentscheidungen treffen und nicht tatsächlich den Konsum in Investitionen ummünzen können. Wer nur versucht reich zu erscheinen und den dazu nötigen Konsum aus ständiger Arbeit zu finanzieren statt aus Kapitalrenditen, wird sein Lebtag das Hamsterrad nicht mehr verlassen.
Aber zum Glück gibt es einen Blog wie diesen hier, um Ihnen das Handwerkszeug zu vermitteln.
Donnerstag, 11. Dezember 2014
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